Reviews

Blink Of An Eye

Label: InsideOut (2002)

Dass Enchant im Progressiven Geschäft ziemlich weit oben anzusiedeln sind brauch ich ja wohl keinem mehr zu erzählen und auch auf ihrem neusten Werk „Blink Of An Eye“ sind wieder einmal zehn progressive Songs enthalten, die entweder unter die Haut gehen oder einen in andere Welten entführen.

‚Under Fire’ macht hierbei den Anfang. Härtere Verses stehen im krassen Gegensatz zum Chorus, der akustisch und unbeschwert daherkommt und den Zuhörer zum Träumen anregt. Der sich anschließende Instrumentalpart des Songs besticht ebenfalls durch sein einprägsames Riffing und seine sanften Gitarrenläufe. Der nun folgende Song ‚Monday’ ist in typischer balladesken „Wounded“-Tradition gehalten, wobei der Song eindeutig von Ted Leonards Stimme lebt. ‚Flat Line’ überzeugt hingegen durch seinen äußerst eingängigen Chorus („Next Stop is Heartbreack City“) und der hervorragenden Keyboardarbeit. Nun vernimmt man die Töne des fünften Liedes: ‚Follow The Sun’. Ein akustisches Werk, das ebenfalls durch die gefühlvolle Gitarrenarbeit und Teds variationsreiche Stimme lebt, ein Song der einfach unter die Haut geht. Wie facettenreich Enchants Rhythmik ist bzw. sein kann, hört man sich am besten in ‚Invisible’ selbst einmal an, denn hier kommt dieses Element am besten zur Geltung. Als Bonustrack gibt es ‚Prognosis’, der seinem Namen alle Ehre macht. Spacige Keyboards, ein stellenweise slappender Bass und geile Gitarrensoli, wie soll's auch anders sein, mit Gefühl machen dieses Instrumental zu einem wunderbaren Hörerlebnis.

Enchant haben es endlich geschafft ihre beiden hervorragenden Eigenschaften auf einem Album zu verbinden. Bei ihren Vorgänger-Alben bekam man ja entweder ruhigere Songs („Wounded“) oder härtere Songs („Break“) geboten, selten verband man beide Eigenschaften, doch mit „Blink Of An Eye“ hat sich dies geändert und man kann mit Fug und Recht behaupten, das dies das kompletteste Enchant-Album ihrer History darstellt.

Nils Manegold






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