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Calling The Knights

Label: Shark Records (2002)

Und schon wieder eine Band mit Thin Lizzy Konnotation! Im Gegensatz zu Black Rose handelt es sich hier nicht um eine LP, die als Namenspate bereit stand sondern ein Song von ‚Jailbreak’ (1976). Musikalisch geht es allerdings eher in die Richtung des 80er Jahre True Metal (komisch, dass in den 80er noch keiner von ´True Metal´ gesprochen hat – einfach nur von Metal!). So hört man deutlich die Einflüsse von Jag Pazer („Ample Destruction“-Phase), Virgin Steele (Circa „Noble Savage“) oder Running Wild (vor Rock’n’Rolfs endgültigem Kostümierungswahn). Nach einem pathetischen Intro, dem Titelgeber dieser zweiten Emerald-Scheibe, legt ‚Emerald Knights’ gleich ordentlich los um das Reich der Metaller von allem be-kopfsocktem Unrat zu befreien. Leider wird hier schon ein Eindruck erweckt, der sich leider im Verlauf des Anhörens verdichtet: die Produktion ist recht spartanisch ausgefallen, will sagen: der Sound matscht und kommt zu undifferenziert. Darunter leidet vor allem der Gesang von Jvo Julmy, der doch sonst brav die metallischsten Höhen (und Tiefen) meistert. Auch die Gitarren hätten mehr Druck verdient. Doch zurück zur Musik. Mit ‚Shadowknight’ ist eine schöne Nummer im gehobenen Midtempobereich am Start, mit ‚Medieval Steel’ würdigt man die längst verschollenen Veteranen gleichen Names mit einer Coverversion. ‚You Belong To Me’ ist eine schöne Pianoballade, wie man sie seit gewissen Manowar-Vorlagen gelegentlich auf Metalscheiben findet.....Letztlich kommt dadurch aber ein schöner Kontrast zu den anderen Stücken zustande. Zum Schluss legt man sich mit ‚Across The Sea’, einem 8:29 Minuten langen Workout und ‚Battlefield’ (pathetisches Finale!) noch einmal ordentlich ins Zeug, bevor als Bonustracks noch zwei Songs vom Emerald-Debüt „Rebels Of Our Time“ (1999) zum Besten gegeben werden. Fazit: eine ansprechende CD von einer begabten Band, deren Mühen allerdings durch eine bessere Produktion belohnt werden sollten! Für Fans des epischen Fantasy (Sword & Sorcery) -Metal auf Dauer wahrscheinlich eine Alternative zu italienischen Bombast-Bands.

Frank Scheuermann