Reviews

The Grand Design

Label: Massacre Records (2006)

Nachdem die Österreicher von Edenbridge mit jedem bisherigen Album eine Schippe draufpacken konnten, steht mit „The Grand Design“ der nächste Steigerungsversuch an. Festzuhalten bleibt jedoch gleich zu Beginn: Den Vorgänger „Shine“ haben sie mit dieser Scheibe nicht getoppt.

Edenbridge bieten auch auf dem neuen Werk keine neuen Erkenntnisse. Die Songs bewegen sich in den gewohnten, melodischen und verträumten Bahnen. Das die Mannen und die Frau um Bandleader Lanvall das Zeug dazu haben, schöne Stücke aus dem Hut zu zaubern, haben sie in der Vergangenheit bereits mehrfach unter Beweis gestellt. Dies gelingt Ihnen auch auf dem aktuellen Output mit dem Titelsong eindrucksvoll, der eindeutig das Highlight der Scheibe darstellt: Starkes Songwriting, schöne Gesangslinien und Chorpassagen, dazu eine eindrucksvolle stilistische Reise durch die Artenvielfalt der Musik. Folk, asiatisches und südamerikanisches Flair, eingebettet in metallische Klänge ergeben eine herrliche Nummer, die in 10 Minuten Länge ihr volles Potential ausschöpft. Leider ist dieser Song das einzige, wirkliche Highlight der Platte. Die Tatsache, dass meine zusätzlichen Favoriten aus der zu kurzen Ballade ,The Most Beautiful Place’ und dem Instrumental Bonus Track ,Empire Of The Sun’ bestehen, spricht Bände. Auch wenn Edenbridge eher eine Genießerband ist, so übertreiben sie es diesmal doch des Öfteren mit zu viel Harmonie in den Stücken. Insbesondere der Opener ,Terra Nova’ nervt stellenweise mit viel zu hohen Chorpassagen und läßt die metallischen Wurzeln fast vollends verschwinden. ,Flames Of Passion’ beginnt zwar ordentlich mit leicht dramatischen Elementen, nimmt aber sofort wieder das Tempo raus, um in weichere Sphären auszuweichen. Am besten sehen die Österreicher mit dieser Harmony Marschrichtung noch bei ,On Top Of The World’ aus; trotz allem ist auch dies kein Song, der unbedingt im Gedächtnis haften bleibt. Bleibt zu wünschen, dass die Band ab und zu mal etwas mehr Härte präsentiert, Sabine’s Engelsstimme würde garantiert auch zu solchen Elementen gut passen.

Bis auf die Tatsache, dass erstmals ein Edenbridge Album seit dem Debut nicht aus nur einem Wort besteht, gibt es auch beim fünften Release der Österreicher nicht viel Neues zu berichten. „The Grand Design“ reiht sich nahtlos in die bisherige Discographie ein, ohne jedoch ein Ausrufezeichen zu setzen. Wer die Band gut findet, dürfte hiermit glücklich werden.

Oliver Bender






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