Reviews

Shine

Label: Massacre Records (2004)

Obwohl Edenbridge der ganz große Durchbruch nach wie vor nicht gelungen ist, haben sich die Österreicher mittlerweile ihren festen Platz am Metal Firmament gesichert. Mit epischen Titeln wie den Vorgängeralben „Arcana“ und „Aphelion“ und ebenso atmosphärischen Elementen der Musik werden Edenbridge in Verbindung gebracht. Kein zweiter Nightwish Verschnitt, keine öde 08/15 Combo, eher etwas zum abschalten und entspannen. Unter diesem Motto wurde auch das vierte Studiorelease „Shine“ aufgenommen, sozusagen in bewährter Tradition.

Demzufolge durfte man auch keine großartigen Neuerungen erwarteten. Der schlichte Unterschied zu den Vorgängern ist einfach, dass Bandleader Lanvall bessere Songs geschrieben hat. Dies zwar nicht durchgängig, aber einige Highlights sind ohne Zweifel vertreten. Ein dickes Ausrufezeichen setzt zugleich der Titelsong ‚Shine’, ein 8-Minuetn Track, der vor allen Dingen in punkto Chorus und Melodiebögen fasziniert. Die Backgroundvocals ergänzen die Engelsstimme von Goldkehlchen Sabine nahezu perfekt. Ebenso faszinierend kommt ‚Wild Chase’ rüber, angehaucht mit leichtem indischen Flair, ein Song der sowohl in musikalisch als auch in den Gesangslinien vollends überzeugt und durch ein Geigensolo noch ein wenig aufgepeppt wird. Das stimmt hoffnungsfroh, da die Gesangslinien, speziell was den Refrain betrifft, nicht immer ganz überzeugen. Der Chorus wirkt bei einigen Stücken des Öfteren mit anderen Songs der Band austauschbar und zu simpel gestrickt (z. B. ‚Move Along’ oder auch ‚And The Road Goes On’). Ab und zu wünscht man sich auch ein wenig mehr Speed wie bei ‚October Sky’ auch bestens umgesetzt, mit der einzige Song, der nicht im Midtempobereich angesiedelt ist. Die drei Balladen des Albums enttäuschen zwar nicht, setzen aber auch keine Ausrufezeichen. Dies ist dann schon eher ‚The Canterville Ghost’ vorbehalten, mit der komplexeste Song des Albums mit zahlreichen Breaks, Folk Einflüssen und einem balladesken Part. Zugute halten muss man der Band auf jeden Fall, dass Leadgitarrist Lanvall kein Selbstdarsteller ist und auch den Keys genügend Freiraum bietet, sich zu entfalten ohne hierbei die Grenzen zu überschreiten. Ein wenig in Erinnerungen schwelgen lässt auch ‚What You Leave Behind’, dass mit seinem Keyboardsound ein wenig an Queens ‚Show Mus Go On’ erinnert, auch die Gesangslinien passen teilweise. Ob Absicht oder nicht, hört sich auf jeden Fall gut an.

Besseres Songwriting = Bestes Bandalbum. Trotz kleinerer Schwächen dürfte „Shine” allen Freunden der Band und des Genres Freude bereiten.

Oliver Bender






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