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Opus

Label: earMusic (2018)

Über Al Di Meola zu schreiben erscheint mir fast, als wolle man das Phrasenschwein mästen. Jedes Kind weiß, was dieser Mann fürdie Gitarrenkunst im Allgemeinen und für Jazz, Rock, Worldmusic und sogar Heavy Metal im Speziellen gemacht hat. Als blutjunger Gitarrist schloss er sich der vermutlich wichtigsten Fusionband (zusammen mit dem Mahavishnu Orchestra), Return To Forever, an. Mit einer Scheibe wie "Romatic Warrior" besetzte man den Olymp der Jazzrockszene.

Dabei waren Al Di Meolas Markenzeichen immer die blitzschnellen und sauber gespielten Gitarrenläufe, die niemals ins reine Shredden abdrifteten. Stets waren hohe Melodik und Gefühl die herausragenderen Stilelemente, auch wenn mit "Race with the devil on a Spanish highway" fast schon Speed Metal-Shreddern angesagt war. Über die Jahre konnte Al Di Meola so immer wieder seine treue Fanbasis begeistern.

Im Jahr 2018 setzt er dagegen mal wieder auf die eher ruhigen, akustisch inszenierten Kompositionen. Seine legendäre Gibson Les Paul kommt eher sporadisch zum Einsatz, um die ausdrucksstarken Flamenco- und Klassikgitarren zu untermalen. Dabei bestimmen wie immer geschmackvolle Melodiebögen auf vertrackten Rhythmen das Gesamtbild, das trotzdem einprägsam, fast schon einschmeichelnd ist.

Ich persönlich zeiehe zwar seine elektrisch geprägten Scheiben wie "Elegant Gypsy" oder "Electric Rendezvous" vor, aber "Opus" ist auf ganz anderem Gebiet ein vergleichbar gelungenes Werk, bevorzugt zu hören bei der letzten Zigarette oder dem Schluck Single Malt, bevor man sonntags früh um 3 zu Bett geht. Gelungen.

Frank Scheuermann

8,5/10

 






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