Reviews

A Dramatic Turn Of Events

Label: Roadrunner Records (2011)

Nachdem im letzten Jahr Mike Portnoy zunächst seinen Ausstieg bei den amerikanischen Progressive Metal Pionieren und danach seinen Wunsch, wieder einsteigen zu dürfen verkündet hatte, die ehemaligen Mitstreiter aber die Chance erblickt hatten endlich einmal zu demokratischeren Bandstrukturen durchzustoßen, war man allenthalben auf den Erstling mit dem neuen Schlagzeuger gespannt. Nun kommt das Teil mit einem Titel daher, der ins gleiche Horn zu blasen scheint: "A Dramtic Turn Of Events". Nunja, auf die Musik kann das nicht bezogen sein, denn die klingt wie eine Rückbesinnung auf die Glanzzeiten der Band in den späten 80ern und die frühen 90er Jahre, also nach einer Mischung aus "Images And Words" und vor allem meine Lieblingsscheibe "Awake".

So könnte man das neueste Werk der Band als eine Art Befreiungsschlag sehen - nicht mehr ewig hinter dem neuen Sound her (was ja eigentlich die Bedeutung von "progressiv" sein sollte), sondern sich auch einmal in altbewährten Strukturen umschauend. "A Dramatic Turn Of Events" ist eine wundervolle Scheibe geworden, die natürlich Probleme haben wird, bei den Die Hard Portnoy Fans anzukommen, die aber - wenn man sie nur für sich sieht - genau das bietet, was der Fan von dieser Band erwartet. Und wen juckt es schon, dass man nicht wirklich zukunftsweisend ist, wenn man nur eine großartige Platte mit tollen Songs abliefert? Und ich denke mir, dass Portnoy mit einem seiner vielen anderen Projekte schon noch früh genug wieder ins Musikgeschäft eingreifen wird, um den bislang noch ungehörten Sound aus den Boxen zu jagen.

Von mir also beide Daumen hoch für eine gute Scheibe ohne echte Innovationskraft. Aber eben gut!

Frank Scheuermann






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