Reviews

The Theory Of Everything

Label: Fastball (2009)

Als gesichtslosen Allerweltsgitarrenrock haben Kritiker in den letzten Jahren die helvetische Formation Dada Ante Portas einmal oder sogar schon des Öfteren bezeichnet. Nun ist es sicherlich unbestreitbar, dass Dada Ante Portas (künftig nur noch als DAP bezeichnet) Gitarrenpop im Spannungsfeld zwischen Bon Jovi, den Eagles und einigen anderen Exponenten abgeliefert haben. Aber ein solches Urteil geht sicherlich zu weit - oder?

Neuerdings gehen sie sogar so weit, dass man tanzbare Popsongs fast schon im Stile der Killers abliefert. Ich persönlich finde es schon mutig, eine quasi Disconummer als Eröffnungtrack zu wählen. Im Jahr 1978 wäre im Gefolge von Kiss' "I Was Made For Loving You" mit 'I Just Wanna Dance' echt Staat zu machen gewesen. So verwirrt mich dieser Track nur. Da weiß 'The Erratic Rage Of The Prey' mit seiner punkigen Schlagseite schon deutlich eher zu überzeugen. Ähnlich gestrickt ist auch noch 'Be Ashamed', das sogar einen leichten Ska-Touch hat. Daneben gibt es Melodic Rock à la Bryan Adams ('Bloom') oder herzergreifende Balladen ('Another Promise', 'Mexico'). Daneben noch Anspielungen auf Joe Jackson (zu "Look Sharp!"-Zeiten) und der Cocktail ist angerichtet.

Handwerklich kann man den Jungs eigentlich keinen Vorwurf machen, aber sie versuchen in meinen Augen / Ohren einfach zu sehr, es allen recht zu machen. Und dann kommt eben zumeist ein charakterloses Album heraus. Für echte Rocker ist es ganauso wenig etwas wie für echte Punks oder echte AOR Freaks. Aber für gelegentliches Airplay wird es wohl reichen...

Frank Scheuermann






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