Reviews

The Butcher's Ballroom

Label: Candlelight Records (2007)

Die Skandinavier! Was für eine skurrile Ansammlung von drolligen Wesen! Nach all den genialen Bands aus den Bereichen Heavy Metal, Stoner Rock, Doom Metal, Punk, Sleaze Rock, Progressive Rock und Metal, Rotzrock, Glam und was einem sonst noch einfallen mag, präsentieren uns Diablo Swing Orchestra eine Melange, mit der selbst der abgehärtetste Verehrer nordischer Tugenden niemals gerechnet hätte. Vom ersten Ton an polarisieren die sechs Schweden samt Frontfrau auf's Schärste.

Angefangen bei den an die unsäglichen Rondo Veneziano erinnernden Pseudo Rokoko-Kostümen über die musikalische Umsetzung ihrer Ideen bis hin zum fertigen Sound, gibt es viele Menschen, die von dieser Mixtur vermutlich maßlos überfordert sein werden. Anderen wird das Dauergrinsen beim Anhören vermutlich operativ aus dem Gesicht entfernt werden müssen. Selbst ich, der ich schon seit gut dreißig Jahren mit und durch Frank Zappa meine musikalische Sozialisation durchlebt habe, habe eine solche Stilvielfalt innerhalb einzelner Songs zumindest schon lange nicht mehr gehört. So mixen denn die wackeren Nordländer ganz frech Boogie, mexikanische Trompeten, Operettengesang, Heavy Metal, Punk, Elektronik, Blues, Swing und Folk der unterschiedlichsten Kulturkreise zu einer Mischung, die einerseits in höchstem Maße unterhaltsam ist (wenn man denn die Toleranz und den Humor mitbringt), die andererseits wahrscheinlich nicht massenkompatibel sein wird. Zu gönnen wäre der Erfolg diesen Freaks allemal. Zur Kultscheibe unter Insidern wird "The Butcher's Ballroom" aber auf alle Fälle avancieren, auch wenn sich der Überraschungseffekt gegen Ende der Scheibe hin ein wenig verliert! Netter Einstand!

Frank Scheuermann






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