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Desensitized

Label: Sony (2004)

Bereits 1996 fanden sich Stevie Benton am Bass, C.J. Pierce an der Gitarre und Mike Luce an den Drums zusammen um Musik zu machen. 1998 fanden sie dann endlich noch einen festen Sänger in Form von Dave Williams. Es wurden Demos aufgenommen und Sevendust lud die Jungs auf eine Tour ein, auf welche noch Touren mit Kittie und (hed) PE folgen sollten. Die nächsten Höhepunkte waren dann das Ozzfest und ein Plattenvertrag mit Wind-Up, dessen Aufmerksamkeit sie nur durch eine Top Ten Platzierung beim Sender KEGL erregten. Platinstatus für die Scheibe „Sinner“ wurde mühelos erreicht. 2002 kam dann ein sehr schwerer Schlag, denn Dave wurde tot im Tourbus gefunden. Die Todesursache war eine Herzmuskelschwäche, die eine längere Pause bedeuten sollte. Genau ein Jahr nach dem Tod wurde der neue Sänger Jason Jones vorgestellt und die Arbeiten am Album „Desensitized“ wurden aufgenommen.

In Gedenken an Dave steht im Cover unter der CD und man merkt, dass die Musik etwas nachdenklicher geworden ist. Von ihrer Härte haben die Vier kein Stück abgegeben und das erkennt man sofort am ersten Song ‚Think’. Man hört, dass Jason ebensoviel Talent hat, wie Dave es hatte, auch wenn ein etwas fader Nachgeschmack bei dieser Feststellung zurückbleibt. Eine tiefe Gitarre und ein vibrierender Bass bleiben die Grundstruktur des Soundgerüstes bei Drowning Pool. Melancholische Songs wie ‚This Life’, welcher der erste Song ist, der Zusammen mit Jason entstand, wechseln sich mit schnellen Tracks wie ‚Bringing Me Down’ ab. ‚Killin’ Me’ einen extrem schönen Anfang bei dem C.J. zeigt, dass er nicht nur einfache Akkorde runterspielen kann. Perfekt zeigt er auch sein Können bei einem Zwischenspiel in ‚Cast Me Aside’, das geschlagene 15 Sekunden dauert.

Die Platte hält was der Name Drowning Pool verspricht, denn Jason ist ein gut gewählter Ersatz und kann durch kraftvolle Vocals überzeugen. Wer „Sinner“ mochte muss unbedingt auch in dieses Werk reinhören, denn Drowning Pool sind zurück.

Winfried Bulach






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