Reviews

End Of Silence

Label: Massacre Records (2004)

Willkommen zum neuen Wettbewerb der Dream Theater-Fans; im Streit zwischen den Pfälzern Vanden Plas und den Münchnern Dreamscape scheint eine Entscheidung gefallen zu sein. Der Punkt für das Neuschreiben von „Images And Words“ geht in diesem Falle ganz klar an die Donau. Herzlichen Glückwunsch! So kann man jetzt auch endlich mal das Dream Theater-Meisterwerk dem besten Freund auleihen, man hat ja schließlich „End Of Silence“ zur Hand, auf dem die besten Riffs der New Yorker neu verewigt sind. Sogar an ein kleines ‚Change Of Seasons’ wurde gedacht, dessen Anfang allerdings eher von Disk 2 des „Six Degrees Of Inner Turbulence“-Mammutwerks beeinflusst zu sein scheint (‚End Of Light’, orchestraler Aufbau, über 20 Minuten lang).

Manch einer wird sich jetzt – zu Recht – die Frage stellen: Brauch ich wirklich einen Abklatsch des Dream Theater-Abklatsch, mit einem Sänger, der auch über weite Strecken nicht so viel anders klingt als James La Brie? Normalerweise eigentlich nicht…aber man kann ja mal eine Ausnahme machen, vor allem dann, wenn eine (unbekannte) Band es schafft, das Album aufzunehmen, das 99,99 % aller Traumtheater-Fans nach „Images And Words“ erwartet und erhofft hatten. Daß man für solch ein Unterfangen allerdings keine ganzen Passagen der Amis verwenden sollte, sondern ALLE Riffs, Breaks und Tempowechsel schon auf dem eigenen Mist gewachsen sein dürften, ist klar; nichtsdestotrotz ist „End Of Silence“ ein sehr gutes Werk, das mit dem Opening-Double ‚Clockwork’, ‚Short Time News’ und dem schon erwähnten ‚The End Of Light’ einen Hammer-Einstieg auf der Scheibe enthält, und auch mit dem balladesk beginnenden ‚Flow’ kann man auf einen echten Killer stolz sein. Daß man als Dream Theater-Kopist auch spielen kann und möglichst viele Breaks, Tempowechsel und Frickeleien in einem Song unterbringen kann, ist auch selbstverständlich, was Fans des Progressive Metal dazu animieren sollte, einmal den Tönen dieses Silbertellers zu lauschen.

Sollten beim nächsten Release mehr eigene Ideen den Weg auf die Platte finden, dürfte einem Aufstieg in höhere Bekanntheits-Regionen nicht mehr viel im Wege stehen!

Michael Meyer






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