Reviews

Double Action
Sokaris

Label: SPV (2001)

Für die Musikstile der zahlreichen Metalbands gibt es ja mittlerweile die kuriosesten Bezeichnungen, wie z. B. Epic Hollywood- oder Cyber Gothic Metal. Die Wenigsten bezeichnen ihre Musik noch schlicht und ergreifend als Heavy Metal, der momentan immer mehr in den Hintergrund zu rücken scheint. Umso erfreulicher, dass es immer noch Bands gibt, die sich für den aktuellen Trend nicht großartig interessieren. Double Action gehören mit Sicherheit dazu. Die Band gibt es schon seit über 11 Jahren, damals nannten sich die Jungs noch Mephisto. Sie waren schon mit einigen Größen der Szene auf Tour (Gamma Ray, Saxon usw.) und brachten Mitte der 90er ein Demo auf den Markt, welches von der internationalen Metalpresse als „Best Of Unsigned“ bezeichnet wurde. Nachdem 1998 das Debütalbum „Fireproof“ ebenfalls für großes Aufsehen sorgte, folgt nun mit „Sokaris“ der zweite Streich der Berliner. Das Album beinhaltet mit 13 Tracks überdurchschnittlich viel Songmaterial und bietet Heavy Metal pur. Hier wird nicht großartig mit Keyboards oder gar Synthesizern rumexperimentiert, die Musik unterstützt voll und ganz das Motto der Band: „If you don´t feel it, you can´t rock!“ Das Album Bedarf keiner langen Anlaufzeit, Songs wie ,Sokaris’, Hard Days’ oder das phänomenale ,Hot Stuff’ stehen für gradlinige Gitarrenriffs und einen grandiosen Sound, der bei voller Lautstärke seine ganze Power entfaltet. Frontmann Ronnie Pilgrim bewältigt mehrere Stimmlagen problemlos und trägt einen großen Teil zu dem hohen Niveau des Albums bei. Lediglich die Ballade ,Take My Hand Part I’ hätte man sich sparen können, da sie doch deutlich von den übrigen Songs abflacht. Trotzdem beweist die Band eindrucksvoll, dass sie auch die leisen Töne beherrscht (,Another Life’) und nicht die gesamte Spielzeit auf ein und denselben Rhythmus fixiert ist.

Double Action bieten puren Heavy Metal und das auf hohem Niveau, eine Kombination mit Seltenheitswert.

Oliver Bender






Musicload