Reviews

Tradition

Label: Alveran Records (2005)

Sehr häufig scheint als Motto bei diversen HC Bands zu gelten: schnell, sehr schnell und auch sehr schnell vorbei. Ich meine, wie oft habe ich mich über Alben aufgeregt, die in meinem CD Player bereits zu Ende waren, bevor noch der kleinste Funken überspringen konnte. Aus einer ganz anderen Ecke entspringt da „Tradition“ von Do Or Die. Die sechsköpfige Band aus Belgien liefert hier ein Werk von fast 50 Minuten Länge ab, das es in sich hat. Eine massiv produzierte Scheibe, die vor allem den Sepultura oder Ministry Jüngern gefallen dürfte. Das Schlagzeug lässt in bester Double Bass Manier einen Panzer nach dem anderen auffahren, die Gitarren scheinen so manchen Geschwindigkeitsrekord aufzustellen und die beiden Sänger tragen mit einem eindrucksvollen Shouting ihren Rest dazu bei.
Alles in allem hört sich dies nach einer straighten Metalcore Band an, die zugegebener Weise mehr Metal als HC spielt, deswegen doch nicht an Qualität verliert, sondern aufgrund des Einfallreichtums des Sextetts und der fetten Produktion extrem gut ins Ohr geht. Die Band spielt nicht unbedingt den typischen Benelux HC, sondern orientiert sich eher an amerikanischen Bands wie Hatebreed, Propain und Born From Pain.

Sowohl die Texte als auch die Melodien sind durchdacht, hart, brutal und einfach zum Abgehen. Auch wenn die Band noch relativ jung ist, sie gründete sich erst 1999, kann ich mir sehr gut vorstellen, dass ihre Auftritte famose Schlachten in den Pits provozierten. Denn selten habe ich erlebt, dass eine Band auf ihren Alben in jedem Lied den Knüppel aus dem Sack lässt, es jedoch schafft, jedes Lied in einen anderen musikalischen und emotionalen Kontext zu manövrieren.

Eindrucksvoll ist auch die Tatsache, dass es wohl unmöglich ist, bei „Tradition“ stille sitzen zu bleiben. Sowohl die Langhaar-Fraktion, als auch die HC Bruderschaft sollte sich dieses Werk unter Alveran Records mal geben.

Tim Ruhl






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