Reviews

Prakeikimas

Label: Ledo Takas Records (2005)

Eine Band aus Litauen ist in deutschen Landen nun wahrlich nicht häufig anzutreffen. Dissimulation schicken auch darum nur ihre CD aus dem Baltikum. Dass dort eine Metalszene mit talentierten Bands anzutreffen ist, beweisen seit Jahren Skyforger aus dem Nachbarland Lettland. Deren „Semigalls Warchant“-Demokassette steht immer noch in meinem Regal. Der Stil der Band war damals folkloristischer Black Metal. Dissimulation spielen etwas Ähnliches. Sie ergänzen das Ganze um eine schöne Schlagseite Thrash Metal und lassen die Folklore nur kompositorisch, nicht auf Instrumenten beruhend zum Zuge kommen. Die Produktion ist ordentlich, der Stilistik angemessen, nicht zu fett, mit Hall auf der Trommel. Der Bass kommt sehr schön zum Zuge und bereichert den Sound der Band, die ich als Mischung zwischen frühen neunziger Jahre Norwegen Black Metal und Thrash Metal teutonischer Prägung (early Kreator) bezeichnen würde. Wer Aura Noir geniales „Black Thrash Attack“ Album oder die vorherige Mini noch kennt hat einen guten Anhaltspunkt, dazu noch ein wenig Folklore in der Melodieführung und fertig ist ein Album, das weniger durch Komplexität, sondern durch Eingängigkeit zu ergreifen weiß. Bereits der Opener, eingeleitet durch ein herrlich pathetisches Klassikintro, dessen Thema metallisch fortgeführt wird, macht Laune. Es folgt mit ‚Suteikim Jiems Kancia' (zum Glück muss ich es nur schreiben), der nächste Gassenhauer, der ein herrlich thrashiges Grundmuster hat. So geht es insgesamt 38min weiter, einzig die sphärischen, halbminütigen Zwischenspiele hätte man sich schenken können, ansonsten ist ein exotisches Festessen für angeschwärzte Thrasher geboten, dauerhaftes Headbanging versprochen.

Christian Kremp






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