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Sign Of Truth

Label: AFM Records (2002)

Olaf Hayer (Luca Turilli), Ronny Milianowicz (Ex-Sinergy), Johnny Öhlin und Nobby Noberg (Nation) - liest man sich einmal die Namen der erwähnten Herren durch, könnte man leicht den Eindruck gewinnen, dass hier mal wieder ein weiteres All Star Projekt am Start ist. Weit gefehlt, denn Dionysus gibt es mittlerweile schon seit drei Jahren, in denen man bereits Auftritte mit Freedom Call und Blaze Bailey verbuchen konnte. Gründer der Band war Ronny, der sich nach seinem Ausstieg bei Sinergy peu à peu die Mitglieder für seine Truppe ausgesucht hat und nun mit „Sign Of Truth“ das erste Album vorweisen kann. Bei der Produktion hatte niemand anderes als Edguy Frontmann Tobias Sammet seine Finger im Spiel, abgemischt wurde das Teil von Tommy Newton (Helloween). Angesichts dieser Namen braucht man über die Produktion keine Worte mehr verlieren, der Sound donnert bombastisch aus den Boxen, so dass einem die Ohren fast wegfliegen. Dionysus orientieren sich teilweise an ihren Labelkollegen von Edguy, vor allem die Hymnehaftigkeit und die epischen Passagen erinnern doch stark an Sammet’s Band. Beeindruckt bin ich vor allen Dingen vom schwedischen Gitarristen Johnny Öhlin. Hier ist wirklich ein Könner am Werk, vor allem bei seinen Soli flitzt er die Tonleiter rauf und runter, sein Spiel ist leicht klassisch beeinflusst und erinnert teilweise an Malmsteen. Ähnlich wie bei Sonata Arctica batteln sich auch hier einige Male Gitarre und Keyboard (Kaspar Dahlqvist) und puschen sich gegenseitig hoch. Mit Olaf Hayer haucht ein ebenfalls erstklassiger Sänger den Stücken Leben ein, fantastisch, mit welcher Kraft er seiner Stimme Ausdruck verleiht, dass Drumming ist enorm druckvoll und zumeist in hohem Tempo angesiedelt. All diese Vorzüge ergeben ein kurzweiliges Powermetalalbum, das schnelle Songs (‚Sign Of Truth’, ,Holy War’) mit midtempodominierten Stücken (‚Bringer Of Salvation’, ‚Pouring Rain’) kombiniert und selbst melancholische Eindrücke (‚Anthem For The Children’) vermittelt. Da darf man sich auch ruhig mal ein paar schwächere Songs leisten (‚Walk On Fire’, ‚Time Will Tell’), immerhin gibt’s mit ‚Don’t Forget’ noch eine herrliche Ballade obendrauf.

Natürlich erfinden Dionysus den Metal nicht neu, Stratovarius, Freedom Call und At Vance lassen grüßen. Aber wenn juckt das, wenn sie ein starkes Debüt abliefern? Wer sich zum Kauf entschließt, sollte sich auf jeden Fall die Limited Edition krallen, denn hier gibt’s mit ‚Loaded Gun’ noch einen starken Bonus Track extra.

Oliver Bender






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