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Metal Discharge

Label: Nuclear Blast (2003)

Eine der deutschen Metal Institutionen meldet sich wieder, nach genialer Tour mit Kreator und Sodom, sowie guten und durchwachsenen Auftritten auf Festivals, kommt nun wieder eine Scheibe mit neuen Songs auf die Plattenteller der Metalfans. Das sich nichts großartig ändern würde, war spätestens seit der Vorstellung vom Titelsong der Platte ‚Metal Discharge’ klar. Falls es dennoch jemanden geben sollte, der noch nie was von Destruction gehört hat, gilt erstmal schämen und nachholen. Er oder sie wird dann reinsten, urwüchsigen, deutschen Thrash Metal in klassischer Dreierbesetzung geboten bekommen.

In dieser Besetzung ist übrigens ein neues Gesicht, das zwar schon mit auf Tour war, jedoch nun seine erste „eigene“ Platte mit aufgenommen hat, nämlich Schlagzeuger Mark, ehedem bei Orth aus Berlin tätig. In die Schweiz zu V.O. Pulver (Gurd) verschlug es die Herren diesmal und die Produktion schafft einen gekonnten Bogen zwischen modern knackig und trotzdem feelingbewahrend knarzig. Mit ‚The Ravenous Beast’ startet man ordentlich in typischer Manier und steigert sich dann zu ‚Ripping The Flesh Apart’, dem besten Song der Platte, wo Destruction, überraschenderweise im Midtempo, einen herrlichen Banger mit Killerriff geschrieben haben. Auch Schmiers Gesang erscheint deutlicher, gefühlvoller im besten Metalsinne. Fällt die Platte meiner Meinung nach bei den letzten zwei Songs etwas ab, so hat sie im Mittelpart einige richtig gute Songs mit ‚Mortal Remains’ und einem weiteren Midtemposmasher ‚Historical Force Feed’, die das Scheibchen hörenswert machen. Das liegt nicht zuletzt daran, dass Mike sein Gitarrenspiel im Rhythmus- (etwas technischer) und Solobereich (melodischer) verbessert hat und Mark individueller als sein Vorgänger die Stöckchen schwingt.

So ist es die zweite gute Scheibe nach dem Comeback geworden, die Destruction zeigt, wie wir sie hören wollen und dennoch im Detail einige nette Weiterentwicklungen bietet. Fans sind in der Pflicht, wer sie noch nie mochte wird auch hier nicht begeistert werden.

Christian Kremp






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