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The Healing Process

Label: Century Media (2005)

Auf die Mütze gibt es mehr als deftig von den Montrealesen, da brettert eine Doublebasssalve nach der anderen in das Gitarrengeschreddere rein. Kanada mal anders, nix mit Voivod, Razor oder Devin Townshend, nein Abrissbirne ganz ursprünglich ist angesagt. Nach dem ersten Durchlauf war mein Eindruck eher negativ, mittlerweile bin ich dann aber doch eingestiegen: findet man sich erstmal im Sound zurecht, tauchen auch nette Hardcoreparts auf, überhaupt lebt die Musik der Kanadier von Wechseln, rasend schnell folgen die Teile der Songs aufeinander. Grind, dann Hardcore, dann Death (Auf der ersten Napalm Death stand auf dem Aufkleber übrigens „extreme Hardcore Thrash“, auch interessant diese Einordnung). Kaum ist ein Riff angeleiert, kommt schon das nächste. Es dauert daher etwas bis man sich eingewöhnt hat, ebenso gewöhnen muss man sich an Aleandre Erian, der kreischt, grunzt und quietscht sich nämlich extremst einen ab. Dass sie eine Split mit einer Relapse-Band (Bodies In The Gears Of Apparatus) haben verwundert da auch nicht, sondern sollte die Fraktion des knüppeligen Ami-Death wachrütteln. Auch die Liveauftritte mit Cryptopsy und Dying Fetus sind Wegweiser für die Klientel. Die dürfte verzückt sein, denn wer auf Gemetzeltes mit Blastbeatsoße steht, die aber sauber gekocht (produziert) wurde, darf hier Schlachtfest feiern. Das Tempo ist fast nur Up-Speed, nervt trotzdem überraschend selten, da immer wieder Bangparts eingebaut werden, die den Überschall etwas ausklingen lassen (‚Retina‘). Songs um die drei Minuten mal neun macht rund eine halbe Stunde Party für Liebhaber des amerikanischen Death Metals. Viel länger muss diese Art Musik eh nicht vorgetragen werden. Beachtlich und eine perfekte Band fürs Fuck The Commerce.

Christian Kremp






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