Reviews

Delaware
...And Everything Reminds Me

Label: Sony (2003)

Wie sehr freut es mich immer wieder eine CD im Schrank stehen zu haben, die man ohne Probleme in den CD-Player schieben kann, auf die Repeat Taste drückt und stundenlang die Musik im Hintergrund spielt, ohne das man sonderlich abgelenkt ist, beim Arbeiten.

„…And Everything Reminds Me“ ist genau eine solche CD, angenehme Klänge, die auch mit fortschreitender Dauer nicht anfangen zu nerven oder gar Kopfschmerzen geben. Die drei Norweger Richard Holmsen, Petter Laugerud und Jon Fredrik "Joffe" Torgersen verstehen sich darin, schmerzhafte Melodien und Texte in ein solch wunderbar melancholisches Kleid zu packen, dass wenn man die CD nicht nur im Hintergrund laufen lässt man schon etwas Sehnsucht bekommt. Insbesondere der Opener ‚Everything Sometimes’ ruft ein besonderes Gefühl hervor, das Gefühl nicht einsam sein zu wollen. Hervorgerufen wird dies hauptsächlich durch die alle Weltschmerze übertreffende Stimme von Sänger Richard, der vom Stil her ein wenig an einen Bono von U2 erinnert. Es ist schwierig in diesem Songgefüge von Melancholie (wie beispielswiese ‚Though’ oder ‚Lack Of’) und schon fast apathischen Melodien, die zum Träumen anregen (‚Always’) einen wirklichen Favoriten herauszupicken, am besten man wählt keine einzelnen Songs an, sondern lässt Delaware zu Hause ihr ganzes Repertoire herunterspielen. Bedenkt man, dass dies das Debütalbum der Norweger ist und man sich einer wirklich interessanten Musiklandschaft mit ihrem Independent-Pop / Schmuse-Rock befindet haben die Jungs ein wirklich starkes Album abgeliefert, das sicherlich seine Freunde finden wird.

Wenn Ihr bittersüße Melodien à la U2 gerne hört, ist Delaware ein Antesten in jedem Fall wert!

Thomas Schmitt






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