Reviews

Deadmeat Disciples

Label: Dynamic Arts Records (2004)

Ein Oldschool Cover, ein Schriftzug wie eine Achtziger Thrash Band, da lag eine ebensolche musikalische Vermutung doch nahe; und tatsächlich haben die Finnen von Deathchain ein fast reinrassiges Thrash Album veröffentlicht. Nebenbei streifen sie den Death Metal, was zu mehr Groove in der Musik führt. Gegründet 1997 unter dem Namen Winterwolf, veröffentlichten Deathchain ihr erstes offizielles full-length-Album mit ganzen 33 Minuten Spielzeit.

Der Ärger über diese doch sehr knapp bemessene Zeit verfliegt sofort, wenn man den eingängigen Kompositionen lauscht. Immer ab nach vorne, ohne Kompromisse, mit groovenden Mitmoshparts versuchen die Herren die Metalgemeinde zu überzeugen. Das gelingt auch direkt beim ersten Durchlauf. Ein Bastard aus Slayer (bei einer Uptempo-Thrash-Band zwar klar) und The Crown hat sich im CD-Player festgesetzt. Von ersteren hat man das flotte Riffing und die Soli, von den Schweden übernimmt man den Sänger (ähnlich in Höhen wie Tiefen) und auch das treibende, immer pushende Gesamtbild, ohne aber deren Rockelemente zu nutzen. Man hat einfach keine Ruhe beim anhören dieses Albums. Braucht man auch nicht, diese Songs schreien nach einer Liveperformance. Hier wird zwar nicht sonderlich innovativ gearbeitet, dennoch sollte man die Band nicht nur als Nachäffer bezeichnen, denn sie mischen noch weitere eigene Zutaten in die Songs, vor allem coole Refrains, die direkt zum mitsingen animieren, als Beispiel sei hier ‚March Of A Thousand Legions‘ angegeben, ebenso auch ‚Carnal Damage‘. Ausfälle gibt es keine, jeder Song hat seine Eigenheiten und setzt sich von den anderen Tracks ab. Als Anhörtipp ist ‚The Pestilence‘ zu nennen, da er perfekt die Stärken der Finnen zum tragen bringt. Oldschool- Thrasher wie auch Fans eher modernerer Combos dieser Stilrichtung sollten ein Ohr riskieren, denn Spaß macht diese Platte definitiv.

Christian Kremp






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