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More To It ...

Label: Cargo Records (2002)

Als ich die Platte „More To It“ von Deadline zum ersten Mal in der Hand hielt, und mir nur das Cover und die Aufmachung betrachtete, da dachte ich mir: Dat kann ja nix sein! Zu erst ein Kampfhund auf der Frontseite, mit stark tätowierten Muskeln im Hintergrund (mitten rein in alle Klischees der Oi!-Szene), und dann auch noch Fotos von einer Sängerin auf der Rückseite. Doch keines meiner Vorurteile gegenüber Frauengesang fand sich bestätigt. Als ich die Platte anspielte, fühlte ich mich direkt in den krachenden Rhythmen sauwohl. Es ist schneller lauter Oi!-Punk, mit einem engelsweichen, melodischen Gesang, der einfach perfekt das übliche Brüllen anderer Bands aus dieser Musiksparte ersetzt, und auch wirklich nicht so nervig ist, wie bei einer Band wie Tilt. Es ist die erste Band der Sängerin Liz, die durch ihr Können zu recht im Vordergrund des Quintetts aus London steht. Die Texte der Band sind einwandfrei, keine Gewalt-, Stiefel- oder Bierlieder und auch so gut wie frei von Politik. Sie sehen sich als Musiker und nicht als Politiker. Daher geht es in ihren Songs um den Glauben an sich, um Spaß und Lebenslust. Und dies kommt so gut rüber, dass man in dem Ska-angehauchten ‚It Give‘ schnell der Sängerin folgt und mitsingt. Insgesamt hat mich die Platte auch schon deswegen überzeugt, da eine sehr große Varianz in allen Liedern liegt, so dass es nicht langweilig wird, sie zu hören.

Tim Ruhl






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