Reviews

Fate Is Calling Pt. 1

Label: Massacre Records (2005)

Was Tobias Sammet vor ein paar Jahren mit seinem Avantasia Projekt in großem Stil aufzog, findet nun mit Dawnrider eine Fortsetzung, allerdings ohne die Beteiligung des Edguy Frontmannes. Federführende Kraft hinter diesem Projekt ist Tarek Maghary, dessen Faible für Fantasy Geschichten spätestens nach den 3 Releases seiner Hausband Majesty bekannt sein dürfte. In Kürze wird das Multitalent mit „Sword & Sorcery“ sein erstes Fanatsy Buch veröffentlichen; Dawnrider spielt zeitlich vor den Geschehnissen dieses Buches, ein 30-seitiges Booklet der CD führt den Kaufinteressenten in die Geschichte ein. Für den ersten Part seiner „Fate Is Calling“ Saga hat Maghary ein Who des Who des Heavy Metal (überwiegend in der Underground Szene beheimatet) verpflichten können, um seinem Werk den nötigen Spirit und insbesondere die Individualität der diversen Künstler zu verleihen. Die bekanntesten Interpreten dürften wohl James Rivera (Hellstar) , Ross „The Boss“ Friedman (ex-Manowar) und Rob Rock sein.

Große Namen versprechen nicht immer ein großartiges Ergebnis, doch in diesem Fall kann man ohne Ausnahme von einer gelungenen Fanatsy Saga sprechen. Natürlich erinnern die Songs hier und da an Tareks Stammband; dennoch ist Dawnrider, sowohl wegen der Vielfalt der Interpreten, insbesondere aber durch die musikalische Bandbreite das komplexere Projekt. Wo Majesty in gewisser Hinsicht vorhersehbar sind, hat Dawnrider einige Überraschungen zu bieten. Die Gestaltung der Stücke ist trotz der Konzeptstory individuell auf die Interpreten zugeschnitten, wodurch das Album auch seine Stärke bezieht. Nichtsdestotrotz gehen die Songs wesentlich schneller in die Gehörgänge über, als es diese Zeilen vielleicht vermuten lassen. Bereits der Opener ,When Our Troops Unite’ ist ein fulminanter Einstieg in die Saga, verblüfft mit einer treibenden Rhythmussektion, eingängigen Melodien und einem gut aufgelegten Charly Steinhauer (Paradox) am Mikro. Der nachfolgende Track ,They Conquered’ präsentiert sich nicht ganz so schnell, entfacht dafür aber eine mächtig treibende Wirkung und bietet im Mittelteil ein herrliches Gitarrensolo; der Song steht im übrigen unter der Gewalt der beiden Manilla Road Heroes Bryan Patrick und Mark Shelton. Das darauf folgende ,Fate Is Calling' trällert Tarek zusammen mit Johanna Mott im Duett, wodurch der Track (getrieben durch Johannas anmutige Stimme) einen klassischen Charakter erhält. Die exemplarische Vielfalt der ersten drei Stücke lässt sich beliebig auf die weiteren Songs fortführen. ,Guarding The Gate’ (mit von der Partie: Rob Rock), erinnert bei den langsamen Passagen an „Genius - The Rock Opera“ von Daniel Liverani, ,The Final Trial’ brescht in bester Wizard Manier nach vorne (interpretiert durch deren Frontmann Sven D’Anna). ,Dawnrider’ verkörpert in bester Majesty Tradition die Trademarks der deutschen Manowar Combo und begeistert mit dem herrlich dramatisch angehauchten Chorus. Die Scheibe klingt mit dem epochalen ,Parce Is Free’ aus, bei dem sich auch noch einmal Engelskehlchen Johanna Mott bemerkbar macht und zusammen mit ihren männlichen Gegenparts das erste Fanatsy Epos vom Tarek Maghary beendet.

Der Majesty Frontmann hat mit Dawnrider zwar nichts komplett neues erfunden, aber dennoch ein sehr gutes Fanatsy Werk geschaffen, dass sowohl in der Konzeption, musikalischer Umsetzung und zu guter Letzt durch das Mitwirken seiner Musikerkollegen vollends überzeugt. Wo andere Sideprojekte oftmals nicht mehr als eine schlechte Kopie der Hauptbands darstellen, so spielt Dawnrider mindestes in der gleichen Liga wie Masjesty… wenn nicht gar noch eine Stufe höher.

Oliver Bender






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