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Cognitive Dissonance

Label: Bellaphon (2001)

Viele Bands werden in ihrem Stil einer bestimmten Richtung zugeordnet. Dabei entstehen Richtungen wie Neo-Thrash, Death'n Roll, Speed Metal und wie sie alle heißen. Was aber, wenn eine band viele verschiedene Richtungen in ihrer Musik beheimaten?

Mit der aktuellen Scheibe von den Österreichern Darkside „Cognitive Dissonance“ liegt genau solch ein Fall vor. Im Info Zettel wird die Musik als normaler Death Metal beschrieben, beim ersten Hören aber schon wird dem Hörer klar, dass hier mehr als nur Death Metal dahinter steckt. Dezente Keyboardmelodien, starke Gitarren, ein immerwiederkehrender Double Bass und ein gnadenloser Sänger stellen eine ungewöhnliche Mischung dar, die nicht in eine normale Schublade geschoben werden kann. „The Soundtrack Of A Raging War“ steht auf der CD und gibt die Marschrichtung vor. Extemer Metal mit atmosphärischem Hintergrund und geilen Melodien sind verpackt in 12 Songs, wobei nach dem Intro gleich der Opener ‚Legend Of The Gods’ klarstellt, dass die CD es verdient hat, weiterhin im CD-Player zu rotieren. Die Härte der Songs nimmt dann von Song zu Song immer mehr zu bis ‚Hymn To The Chosen Ones’, einem durch Klavier eingeleiteten Kracher, der das Gerüst der CD zusammenhält. Bedenkt man, dass die 4 Österreicher schon seit 1991 Musik machen und ihr erstes Album 1994 „Melancholia Of A Dying World“ hieß, hat sich die Band im punkto Härte extrem weiterentwickelt aber keineswegs die Melodie und Gefühl in den Songs verloren, was bei machen Bands, die das Thema Aggressivität der Songs falsch verstehen zu unmelodischem Geknüppelt manchmal führt. Komplexer Metal mit extremem Gesang ist sicher nicht jedermanns Fall, ist aber ein riesiges Erlebnis und zeugt vom Erfindergeist und der Lust an der Musik der 4 Mannen aus dem Skifahrerland. Fans von extreme-Metal sollten sich diese CD zu Gemüte führen, es lohnt sich auf jeden Fall!

Thomas Schmitt






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