Reviews

Raise The Dead - Live From Wacken

Label: UDR (2014)

Nachdem seine Studioaufenthalte in den letzten Jahren etwas spärlicher geworden sind, freut man sich dann zumindest doppelt, wenn der Großmeister des Schockrock wenigstens mal wieder eine Livescheibe auf den Markt bringt. Und wenn das Ganze dann so souverän gemacht ist wie in diesem Falle, dann öffnet man gerne den DVD/CD-Schacht.

Alice Cooper bringt auf  diesn drei Silbertalern genau das zu Gehör, was seine "Raise The Dead"-Tour im Sommer 2013 in ganz Deutschland zu den Fans gebracht hat: Ein saucooles Best of-Programm, das mit einem Segment an Coversongs zusätzlich aufgewertet wird. Und das sind nicht irgendwelche Songs - alle Nummern stammen von längst verstorbenen Freunden des Showgiganten: Jimi Hendrix, der ihm bereits 1968 mitgeteilt hatte, dass er wahnsinnig werde, wenn er noch einmal Foxy Lady spielen müsse, John Lennon, der sich Mitte der 70er Jahre einen legendären Ruf in Alice Coopers Schluckspechtgemeinde namens "The Hollywood Vampires" ersoff, Keith Moon von The Who, der einen internen Wettstreit mit Neal Smith, dem Originaldrummer aus Alice Coopers Band hatte, wer denn die meisten Toms am Drumkit hatte und Jim Morrison, ein Los Angeles Saufkumpel von Alice aus den späten 60ern. Warum allerdings zwei der Songs (Revolution von den Beatles und Foxy Lady von Jimi Hendrix auf der DVD Version nicht auftauchen, wird wohl ewig ein Geheimnis der Macher bleiben. Na wenigstens haben es diese beiden Nummern wenigstens auf die Doppel CD geschafft.

Ansonsten bietet die Setlist mit "He's Back (The Man Behind The Mask)" vom sträflich unterbewerteten "Constrictor" Album wenigstens eine faustdicke Überraschung. Auch zwei Nummern von der aktuellen Scheibe "Welcome 2 My Nightmare" sind mit "Caffeine" und "I'll Bite Your Face Off" ebenfalls am Start. Die Band, die um die Gitarre spielende australische Augenweide Orianthi erweitert ist spielt sich traumhaft durchs Repertoire und es ist eine wahre Freude sich die Gibson Armada von Gitarrist Ryan Roxie anzuschauen.

Alice Cooper selbst beackert die Bühne mit einer Energie, die bei ihm mindestens 30 Jahre weniger erwarten ließen, als er tatsächlich schon auf dem Buckel hat. Dazu seine wie immer stilsichere Garderobe (abgesehen von dem 1m hohen Zylinder...) und ein Abend allerbesten Musikvergnügens mit reichlich Bier und Popcorn ist garantiert. Möge der Altmeister noch ganz, ganz lange rocken, denn Vergleichbares ist definitiv nicht in Sicht! Legendär!

Frank Scheuermann

10/10






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