Reviews

Drastic Steps

Label: Repertoire (1988/2012)

Die Climax Blues Band kann auf eine lange und zum Teil sehr erfolgreiche Geschichte zurückblicken. Im Norden Englands gegen Ende der 60er Jahre gegründet, spielte man zunächst reinsten Blues unter dem Namen "Climax Chicago Blues Band", den man dann in "Climax Chicago" und schließlich in "Climax Blues Band" veränderte. So erschienen innerhalb der ersten drei Jahre die Platten unter verschiedenen Namen und zum Teil in wechselnder Besetzung - ein erster Hemmschuh auf dem Weg zum Erfolg.

Aber nicht nur die Namen und Besetzungen veränderten sich. Auch die musikalische Ausrichtung wurden verändert. So fanden zunehmend Jazz und Rockelemte Eingang ins Repertoire der Band. Im Lauf der 70er Jahre kamen noch Pop- und Funkversatzstücke hinzu. Der größte Hit "Couldn't Get It Right" war denn auch eine Parodie der damals grassierenden Discowelle. Aber egal was die Band auch immer trieb, immer waren sie vorbildlich im Arrangieren und bei der Arbeit an den Instrumenten, vor allem Ausnahmegitarrist Pete Haycock wusste stets zu überzeugen.

Mit seinem Ausstieg im Jahr 1984, der von heftigen persönlichen Auseinandersetzungen begleitet war, kam ein vorläufiger Schlusspunkt. 1988 veröffentlichte eine fast komplett veränderte Band, mit dem einzig verbliebenen Urmitglied Colin Cooper (sax, flute, vocals), die vorliegende Scheibe "Drastic Steps". Dabei wurde das gleiche Feld aus Popmelodien und einer nach wie vor deutlich erkennbaren Blues-Erdung beackert. Die Platte hat einen typischen 80er Jahre Sound, der heute ein wenig nervig und antiquiert erscheint, aber sie enthält neben einem Remake von "Couldn't Get It Right" einige weitere nette Songs, die es verdient haben einmal gehört zu werden, zumal die CD seit vielen Jahren nicht mehr lieferbar war. Also zuschlagen, bevor sie wieder vom Markt ist.

Frank Scheuermann






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