Reviews

Nothin' But Love

Label: Mascot (2012)

Auf ganze fünf Grammys hat es der schwarze Bluesgitarrist bislang gebracht, nominiert war er für weitere zehn (!) Stück. Seit zwei Jahren ist er in der Blues Hall of Fame. Auch wenn man ihn in Europa in den letzten Jahren ein wenig aus dem Blick bekommen hat, war er stets präsent. Nun steht er mit einer neuen Scheibe am Start und er wollte wohl auf Nummer sicher gehen. Immerhin holte er sich als Produzenten keinen geringeren als Kevin Shirley (Iron Maiden, Joe Bonamassa). Und diese Mühe hat sich gelohnt. Waren mir seine "klassischen" Platten der 80er Jahre zu glatt und zu sehr auf Hochglanz poliert (und welche Bluesscheibe verträgt so etwas schon?) und orientierte er sich zu lange an Eric Clapton in dessen eher durchwachsener 80er Jahre Phase, so kehrt er mit "Nothin' But Love" zu den Ursprüngen des elektrischen Blues zurück. Die Songs kommen mehrheitlich im Midtempobereich daher und seine Fender Startocaster klingt durchweg sehr authentisch und warm. Unterstützung findet er in ebenfalls sehr harmonischen Hammondwänden. Die sterilen 80er Jahre Synthesizer-Zeiten sind dankenswerter Weise endgültig vorüber.

Robert Cray wird vermutlich niemals ein reines Powerbluesalbum aufnehmen, aber dafür haben wir ja schließlich andere Kandidaten. Solange er so einfühlsam Gitarre spielt und dabei so herzergreifend singt wie bei "Nothin' But Love", ist er mir jederzeit willkommen!

Frank Scheuermann






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