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Pins And Needles

Label: Metal Heaven (2007)

Nach "Poets & Madmen" schienen die Tage von Savatage gezählt, dennoch schaffte es der Gitarrenvirtuose Chris Caffery mit seinem Solodebüt "Faces" den guten alten Sava-Sound aufrecht zu erhalten. Sein Zweitlingswerk "W.A.R.P.E.D." kam da schon ein wenig aggressiver um die Ecke, enthielt jedoch noch ein paar unvergleichliche Melodien der Savatage Ära. Mit "Pins And Needles" scheint sich Chris Caffery nun vollends seiner ehemaligen Band entledigen zu vollen und zieht seinen Stiefel ohne Rücksicht auf Verluste durch.

Schon beim Titeltrack wird klar, dass Mr. Caffery mehr experimentiert als zuvor. Die Songs strotzen nun voller Power und Aggressivität, so dass man den Eindruck bekommt, dass der Sound einen förmlich erschlägt. 'Worms' ist ein guter Beleg hierfür. Ein wahres Durcheinander an musikalischen Elementen (wilde Soli, verzerrte und cleane Vocals im Duett, etc.). Okay Chris Caffery bewegt sich im progressiven Milieu, aber man kann es auch übertreiben. Dass es auch anders geht beweist 'Chained'. Ein klassischer Nackenbrecher mit unheimlich melodischem Refrain. Oder 'Sad', der wohl einzige Song des gesamten Albums, der einen Hauch von Savatage besitzt. Ruhige Stücke sucht man vergebens, es sei denn man zählt die beiden Intermezzi 'Qualdio' und 'The Temple', die die Platte besiegeln dazu. Nach einer knappen Stunde Spielzeit voll gepackt mit heftigen Riffs, überzogenen Soli und spacig anmutenden Arrangements sucht man vergebens nach Anhaltspunkten, die in den Gehörgängen hängen geblieben sind.

"Pins And Needles" ist allenfalls ein durchschnittliches Album, das zwar voller Power und Spielfreude steckt, aber den Zuhörer durch das oft übertriebene Gefrikel eher abschreckt.

Nils Manegold 






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