Reviews

Vamonos Loco

Label: Eat The Beat Music (2005)

Album Nummer 2, so jedenfalls würde der bandinterne Zähler das neue Werk beziffern. Der Sechser aus Deutschland nutzte die Gelegenheit direkt nach seinem Debüt die Fanbasis durch Konzerte zu erweitern. Durch ihr Können und die gute Kritik in der Presse wurden sie sogar vom britischen Magazin „Rock Sound“ zu einer Clubtour auf die Insel geschickt. Nachdem sie das Alles erfolgreich beendet hatten, musste der nächste Schritt getan werden: Die Änderung des Stils war die Folge einer bandeigenen Entscheidung, denn man wollte nicht mehr auf der Hardcoreschiene fahren. Nun steht der wesentlich sanftere Nachfolger, der in Spanien aufgenommen wurde, in Startlöchern, um sich nicht nur in die Ohren der Fans zu fressen.
 
Aufgelockert durch ein Keyboard, sprengen die Jungs die eingetretenen Pfade ihres Debüts und bringen mehr Rhythmus und Groove rein, die die Hüften zum Kreisen bringen. Irgendwie hat The Coalfield es geschafft ein wenig von der spanischen Stimmung einzufangen und in ihren Songs zu verarbeiten, wobei es auf dem Album diverse Ausnahmen gibt. Diese Ausnahmen gehen ernst und äußert direkt ans Werk, wie z.B. ‚No Skills But Tunes’. Die Single ‚It’s This’ erinnert durch die vom Keyboard stammenden Orgeleinlagen irgendwie an Discozeiten. Das Gefühl wird durch immer wieder eingebaute Zwischenrufe verstärkt, die ebenfalls 60s Punkbands benutzen. Das Stück fordert den Hörer geradezu auf seinen Arsch auf die Tanzfläche zu schleppen und dort zu bewegen dass die Fetzen fliegen. Danach wird es mit ‚Stop Talking’ etwas gemütlicher denn das Tempo nimmt ab um eine Verschnaufpause zu ermöglichen. ‚Nightmares’, welches als elfter Track aus dem CD-Spieler kommt, fängt mit einem angenehmen Gitarrenspiel an, das irgendwas von einem Intro hat, doch geradewegs als Grundlinie in den weiteren Verlauf des Stücks verarbeitet wurde. Zum Schluss des Silberlings besinnt sich die Gruppe auf die alten Zeiten und lässt die Muskeln kräftig spielen. Im kürzesten Titel des Albums ‚Can’t Get Enough’‚ bricht die Hardcore Ader deutlich hervor und zeigt die alten Qualitäten im direkten Vergleich zum heutigen Stil. Der Wandel hat einwandfrei geklappt und deshalb lässt man die Scheibe mit dem ruhigen ‚More Than Ever’ ausklingen.

Die Sechs haben das Richtige getan als sie alle ihre CDs zusammen geschmissen haben um den neuen Stil zu gründen, denn das äußerst tanzbare Ergebnis kann durchaus überzeugen. Wer’s nicht glaubt kann sich mit der free Mp3 von ‚It’s This’, die man auf roadrunner.de runterladen kann, zur Einsicht bringen.

Winfried Bulach






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