Reviews

The Art Of Intensity

Label: Eigenproduktion (2004)

Manchmal enden Redaktionstreffen so, dass man CD gerade von kleinen Bands aufgrund des Namens dann doch mal mit nimmt, so geschehen auch hier bei den Jungs von Circle Of Tyrants. Gab es doch eine Band mit dem Namen Celtic Frost, die einmal ein (fast) gleichnamiges, ziemlich geiles Lied veröffentlichte. Da schließt man dann in etwa so: „die haben das bestimmt so gemacht wie das Magazin Ende der Neunziger, Namen übernehmen und Musikrichtung auch“. Schön reingefallen, denn hier wird seichter Heavy Rock mittlerer bis unterer Güte geboten.

Ein Keyboard, das unglaublich schwülstig, billig und nichts sagend säuselt mag vielen jetzt als zu abgegriffener Kritikpunkt erscheinen, doch es ist nur der erste von vielen. Es folgen lange und langweilige Gitarrensolos, die so pathetisch vorgetragen werden, dass man sich fragt, ob hier jeder Realitätssinn abhanden gekommen ist - wem gefällt so etwas? Doch jener Sinn zeigt sich auch nicht in den Texten, die in ordentlichem Schulenglisch auf Band gebracht wurden. Probe gefällig aus ‚Your Way‘, es geht wie in fast jedem Song um Beziehungen: „I was your angel, always by your side, I think it wasn‘t good, I think that was not right, there was no air to breath, you felt not free, cause these are my thoughts, this is my destiny“. Lieber Gott nein!!! Was soll das ist das Therapie? Dieser Song hat es mir schon mit dem ersten Takt angetan, man achte auf das scheinbar hart beginnende Schlagzeug, das dann völlig lahm fortsetzt. So enttäuscht man. Gelegentlich musste ich an die Pfälzer Gruppe Dark und deren Zweitwerk „Seduction“ denken, welches damals im Crematory-Fahrwasser erschien, doch deren ordentliche Vorstellung wird nicht erreicht. Zu vorhersehbar und langweilig sind die Songstrukturen, zu weich-klagend der Gesang, einziger Teilerfolg ist ‚Hate‘, das wenigstens ansatzweise Härte und Feeling zu vermitteln weiß. Was der Band aber zu Gute gehalten werden muss, ist das es das gesamte Album zum Download kostenlos auf der Homepage gibt. Tolle Idee, die mit Sicherheit einige Leute zu der Musik bringen wird. Fans von softem, pathetischen  Heavy Metal sollten ernsthaft reinhören, vielleicht bringt es was. Postmodernen Menschen sei ‚Your Way‘ und der Bandsong empfohlen. Schwülstig.

Christian Kremp






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