Reviews

Spirit Of Man

Label: Frontiers Records (2006)

Mit Veröffentlichungen von Bob Catley ist das immer so eine Sache: man ist ganz schnell in Gefahr, ihn am Songmaterial seiner Stammformation Magnum zu messen. In den letzten Jahren sind diese Vergleiche trotz respektabler Veröffentlichungen eigentlich niemals wirklich positiv für ihn ausgefallen, und das, obwohl mit Tens Gary Hughes kein Nobody für das Songwriting verantwortlich war. Für mich lagen die Mängel der letzten CDs einfach in der zu melodramatischen Ausrichtung der Kompositionen. Davon hat sich Mr. Catley nun erstmals richtig befreit und eine Platte ins Rennen geschickt, für deren Songs er zwar immer noch nicht selbst verantwortlich ist, die aber für seine Verhältnisse geradezu unglaublich rockt. Das beginnt schon mit dem überaus gelungenen Opener „Heart Of Stone“ und setzt sich problemlos über die gesamte Spieldauer von immerhin über 62 Minuten fort. Der Ansatz bleibt zwar wie mit Magnum und seinen bisherigen Soloveröffentlichungen eher im epischen Bereich, aber die Ausführung ist überaus überzeugend. Ob bei getragenen Nummern wie dem atmosphärischen „Walk On Water“ oder dem fett und groovy rockenden „Moment Of Truth“: die Qualität ist konstant und Bob Catley enttäuscht zu keinem Zeitpunkt seine Fangemeinde. So ist „Blinded By A Lie“ bester Melodic Rock (lässt man mal die hymnischen Keyboardpassagen weg, die zu sehr an die soundmäßig peinlichen 80er erinnern) und „In The Name Of The Cause“ stampft geradezu alles in Grund und Boden. Dafür, dass auch die Mädels nicht leer ausgehen, sorgen die beiden erstklassigen Damenbefeuchter „Last Snows Of Winter“ und „A Beautiful Mind“. Aber auf dieser Scheibe sind diese Nummern dankenswerter Weise deutlich in der Minderzahl.

Nun denn, ihr Hardrocker, die Ihr an den Qualitäten von Herrn Catleys Soloplatten bisher gezweifelt habt: holt Euch die CD, sie ist es wert!

Frank Scheuermann






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