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Dinosaur Sounds

Label: Victory Records (2003)

Vor etwa drei Jahren haben die sechs Jungspunde von Catch 22 ein wirklich gutes Album abgeliefert, das sie beinahe zu Größen wie den Mad Caddies oder Less Than Jake aufsteigen ließ. Ein Jahr später warfen sie eine EP auf den Markt, die leider zu wenig gewürdigt wurde, da sie ihr Können nur hier und da unter Beweis stellten. Nun haben sie mit ihrem dritten Album „Dinosaur Sounds“ die Möglichkeit ergriffen eine wahrhaft grandiose Scheibe zu produzieren, die ihnen sicherlich verhelfen wird im Orchester der Großen mitzuspielen. Aber fangen wir einmal ganz von vorn an...

Nach einem circa 10-sekündigem Intermezzo durchbricht Drummer Chris Greer diese Ruhe - bestehend aus akustischer Gitarre und Sänger Ryan Eidred - und symbolisiert somit den Starschuss dieses Albums. Der Opener ‚Rocky’ wird weiterhin geprägt durch coole Arrangements bei der Bläserfraktion, eingängige Lyrics und eine herrlich variationsreiche Bassline. Hier wird nicht gekleckert sondern geklotzt, so wie man es von dem Sextett erwartet. Song Nummer drei - ‚Wine Stainted Lips’ - ist sicherlich ein weiterer Höhepunkt auf diesem bislang noch jungem Album. Nach einen schon fast progressiv anmutenden Einstieg bestimmen ruhige Off-Beat Verses und ein typischer Punkrock-Refrain das Gesamtbild dieses Samplerbeitrages. Hier sei auch einmal die Leistung von Gitarrist Pat Calpin gewürdigt, der den Song mit seinem unglaublichen Solo zu einem wahrhaften Meisterwerk macht. Die beiden nun folgenden Tracks, ‚Motown Cinderella’ und ‚Chin Up’, sind wohl schon ein paar Jährchen alt, denn der Sound und die Arrangements hätten ohne Probleme auf ihrem Vorgänger-Album „Alone In A Crowd“ vertreten sein können. Dixieland, Punkrock, gesangliche Dialoge und ein gehöriges Gefühl für tanzbare Rhythmen sind nur einige Merkmale ihres Stils. Den Namen des neunten Songs haben sie doch glatt unterschlagen, nun ja dann nennen wir ihn einfach: „eine instrumentale Altenheimtanznummer, die im Sinne der Retrowelle ein wenig an die 60er Jahre erinnert und nahtlos in ‚So Cold’ übergeht“. Und eben dieser zehnte Track ist ein weiterer Übersong von „Dinosaur Sounds“. ‚So Cold’ hat von seiner Popigkeit (positiv gemeint) und seinem unglaublich mitreißenden Chorus durchaus das Potential auf den Spuren von Bosstones ‚The Impression That I Get’ zu wandern. Natürlich ist ‚So Cold’ musikalisch komplett anders angelegt, aber die eingängigen Elemente sind unglaublich stimmig. Zum Abschluss gibt es mit ‚Lamont’s Lament’ einen coolen instrumentalen Rausschmeißer geboten, der den dritten Silberling von Catch 22 perfekt abrundet.

Catch 22 haben es wirklich geschafft eine wahrhaft grandiose Skacore-Scheibe auf den Markt zu bringen, die keinen Vergleich zu scheuen braucht, denn die Brunswicker Jungs haben ihren eigenen Stil gefunden und perfektioniert. Riesen Teil.

Nils Manegold






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