Reviews

Live 1977 & 1979

Label: Rhino Records (2016)

Für mich waren Bad Company in ihrer Originalbesetzung schon immer eine der wichtigsten Bands der 70er Jahre. Gegründet als eine der ersten Supergroups von ehemaligen Mitgliedern der Bands Free (Paul Rodgers, Simon Kirke), Mott The Hoople (Mick Ralphs) und King Crimson (Boz Burrell), ausgestattet mit einem Deal auf Led Zeppelins Swan Song Label und unter den Fittichen des legendären -wenn auch nicht unumstrittenen- Peter Grant, war es auch absehbar, dass die Band durchstarten würde. Die Songs der ersten beiden Alben sind auch so stark, dass sie alleine alles in den Schatten stellen, was andere Bands im Lauf von Jahrzehnten so von sich geben. Der beinzige Wermutstropfen in der Bandgeschichte war bislang der völlige Mangel an Liveaufnahmen aus dieser goldenen Epoche in Originalbesetzung.

Diese schmerzliche Lücke ist nun geschlossen. Auf zwei CDs bekommt man nun zwei Shows aus den Jahren 1977 und 1979 geboten. Diese haben ordentliche Qualität, entsprechen aber nicht ganz heutigen Soundanforderungen. Es gibt nur zwei Songüberschneidungen, wobei ich die 1979er Setliste wegen der größeren Anzahl von Klassikern noch etwas ansprechender finde. Beim 1977er Konzert verließ man sich zu sehr auf das Songmaterial der damals aktuellen Scheibe "Burning Sky", die zwar gut ist, "Straight Shooter" und Bad Company" aber das Wasser nicht reichen kann. Das wurde zwei Jahre später deutlich besser, denn die Songs von "Desolation Angels" fügen sich wun derbar in die beeindruckend gespielten, rauen Versionen der Klassiker ein. Endlich kann man sich vorstellen, wie die im Studio oft so reduziert agierenden Musiker mit etwas mehr Freiheit im Liveset agiert haben. Alleine diese Erkenntnis ist schon die Anschaffung wert. Da stört mich auch der leicht suboptimale Sound nicht - immer noch besser als ein Bootleg!

Frank Scheuermann

9/10 






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