Reviews

Blues Of Desperation

Label: Mascot (2016)

Um eines gleich vorweg zu sagen: Joe Bonamassa erfindet den Blues mit "Blues Of Desperation" nicht neu. Eigentlich fügt er ihm auch keine echten neuen Farbtupfer hinzu. Er spielt ihn solide und sehr professionell. Abgeklärt wäre vielleicht die zutreffendste Umschreibung. Konnte man mehr erwarten? Ich glaube nicht. Auch wenn der Joe Bonassa Fanclub jetzt aufheult und schon einmal Fackeln und Mistgabeln bereithält.: Bonassa ist kein Rory Gallagher. Auch kein Stan Webb. Und nicht einmal ein Peter Green. Aber er ist ein überaus fähiger und fleißiger Bluesrockgitarrist, der durchaus sympathisch rüberkommt. Und jede seiner Platten hatte bisher das eine oder andere Highlight zu bieten. Hier dürften es der fett abrockende Opener "This Train" und das sehr perkussive "Distant Lonesome Train" sein.

Bitte nicht falsch verstehen. Ich mag Joe Bonamassa sehr gerne, aber die pseudoreligiöse Verehrung, die ihm derzeit von vielen dargebracht wird, ist nicht durch die Wirklichkeit abgedeckt. Sowohl im Rock als auch im Blues gibt es profiliertere Künstler mit größerem Ausdruck. Aber das, was er macht ist trotzdem wirklich schön, sympathisch und von einer gewissen Klasse. "Blues Of Desperation" gehört bestimmt zu seinen besten fünf Scheiben, daher ist sie all seinen Fans nur zu empfehlen.

Frank Scheuermann

9/10 






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