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Control

Label: Jazzhaus (2014)

Ich hatte schon immer eine Schwäche für Powertrios. Ob nun Jimi Hendrix, Cream, Mahogany Rush, immer verstanden es diese Minimalistencombos es, mich für ihre sehr ursprüngliche Form der Rockmusik zu begeistern. The Brew, diese britische Band, bei der der Vater den Bass und der Sohn die Gitarre bedient, macht hier keine Ausnahme. Lässig schüttelt man sich ein cooles Riff nach dem anderen aus dem Ärmel und weiß auch auf solistischer Basis zu begeistern.

Nun nennt sich die neueste Scheibe des Dreiers schlicht und ergreifend "Control", was neben der oberflächlichen Bedeutung auch die Nebenbedeutung (Remote) Control hat, was zu Deutsch so viel wie Fernbedienung heißt. Und diese Bedeutung haben die Musiker ganz offensichtlich augenzwinkernd ernst genommen. Konkret bedeutet das hier, dass jeder der Songtitel einer Taste auf einer Fernbedienung eines CD- oder DVD-Spielers entspricht. Für sich genommen wäre das nur witzig, aber die Songs wissen auch zu zünden. Fette Leadgitarren wechseln sich ab mit bluesigem Gesang und einer Energie und Spielfreude, wie man sie nicht mehr oft antrifft. Auch wenn die Songs alle relativ kurz gehalten sind, kann man sich nur zu gut vorstellen, wie sie live zur Basis ausgedehnter Jams werden. Für alle, die traditionellem Rock gegenüber aufgeschlossen sind und auch gerne einmal ein Wahwah-Pedal hören nur zu empfehlen.

Frank Scheuermann

8/10 






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