Reviews

Shotguns,Trucks & Cattle

Label: Cargo Records (2013)

Einen Plattentitel wie "Shotguns, Trucks & Cattle" und einen Bandnamen wie Bourbon Boys in Verbindung mit einer Konföderiertenflagge, einem Rinderschädel und zwei langläufigen Büchsen verortet man logischer weise im Süden der USA und nicht dort, wo die Truppe denn tatsächlich herkommt: in Schweden. Der wilde Haufen klingt denn auch wie eine räudige Mischung aus Hans Bargeld, alias Johnny Cash, Creedence Clearwater Revival und Lynyrd Skynyrd - dazu vielleicht noch ab und an an die Rockabilly Legenden der Stray Cats.

Das Lieblingswort der Musiker scheint tatsächlich Bourbon zu sein, denn diesem wird in der Überzahl der Lieder gehuldigt (so gesehen wäre es mal an der Zeit, dass eine Irish Fol-Rock Band mit dem Namen Single Malt Boys ums Eck kommt - vielleicht aus Malta?). Und genau nach reichlichem Genuss dieser bräunlichen Flüssigkeit klingt auch der Gesang. Molly Hatchet oder Grinderswitch wären auch durchaus mit diesem Reibeisenorgan einverstanden.

Die Band geht durch die Setlist mit unglaublicher Spiellust, die in sensationellem Abwechslungsreichtum und großer Leichtfüßigkeit die Genres bearbeitet. Von sattem Southern Rock über reine Countrystücke bis hin zu swingendem Rockabilly der ursprünglichsten Prägung ziehen die Skandinavier alle Register ihres Könnens. Da könnte man doch glatt unterAnspielung auf den Bandnamen sagen: Von diesem Stoff bitte einen kompletten Anzug!

Frank Scheuermann






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