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Underdogs

Label: Silverwolf (2010)

Die Schweiz ist jetzt nicht gerade für die temperamentvollen Ausbrüche ihrer Bürgerinnen und Bürger berühmt. Umso erstaunlicher finde ich es, dass sich mit der Band Battalion hier eine neue starke Band zusammengefunden hat, die old-school Thrashmetal mit besonderem Nostalgiecharme betreibt. Die ganze Platte klingt deutlich nach dem Motto: Fans wollen klingen wie ihre großen Vorbilder. Und dieses Ziel setzen Battalion sozusagen generalstabsmäßig um.

Die musikalischen Vorbilder der jungen Eidgenossen liegen ganz klar im Spannungsfeld zwischen NWoBHM und Bay Area. Hier finden sich Zitate von Saxon genauso wie von Testament, Metallica oder Exciter. Und das macht Spaß! Woher diese Mittzwanziger diese Ideen haben, kann ich mir nur mit Plünderung von Papas Plattenschrank erklären. Aber das machen sie so souverän, als wären sie 1979 neben Paul Samson und Diamond Head aufgetreten oder als hätten sie zu den ersten Signings von Metal Blade gehört. Das ist gut. Sehr gut!

Aber einen extrem außergewöhnlichen Song gibt es mit 'Stalingrad' zu vermelden. Das lange und gefühlvolle Intro, zu dem in deutscher Sprache die Erlebnisse eine Veteranen des 2. Weltkriegs erzählt werden sind ergreifend. Allerdings ist nach dem langen Intro die Nummer selbst nach eher unspektakulär kurzer Zeit zuende. Aber auch 'Interlude', ein kurzes, atmosphärisches Instrumentalstück schlägt in eine ähnliche Kerbe. Danach geht es dann brachial-charmant weiter bis der Arzt kommt...

Frank Scheuermann






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