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Rough & Gritty

Label: Rookie Records (2009)

Eine weitere Bluesband auf diesem Planeten? Braucht man das? Wirklich? Nun, lasst es mich so ausdrücken: Wenn der Blues einen Einblick in die Seele zulässt bzw. für den Musiker die Möglichkeit eröffnet, sich selbst in unmittelbarster Weise emotional seiner Umgebung mitzuteilen, dann kann es gar nicht genug Bluesbands geben. Wenn es allerdings beim "Blues" nur darum geht, möglichst schnell die Bluestonleiter herauf- und wieder herunterzunudeln, dann gibt es schon viel zu viele Bluesbands.

Blues ist eben das, was man an künstlerischem Ausdruck daraus macht. Und genau hier beginnt eigentlich erst die Rezension dieser Scheibe. Black Top sind eine neue Formation, die sich den harten, schweißtreibenden, hemdsärmeligen Bluesrock auf die "To Do" Liste geschrieben hat. Und das machen die drei Herren recht ansprechend. Auch wenn der Zwölftakter omnipräsent ist, schimmert an allen Ecken und Kanten eine gewisse Punkeinstellung durch, wie sie auch bei aller musikalischen Verschiedenheit, ebenfalls bei Leuten wie Rory Gallagher oder Gwyn Ashton zu finden war und ist.

Dass die Band dabei in der (in meinen Ohren) ursprünglichsten denkbaren Formation (Gitarre, Bass, Schlagzeug) zockt, ist für mich ein weiterer Pluspunkt. Es wird eben nicht alles wie bei Gary Moore auf Hochglanz poliert, sondern eher so, wie man es unterm Tisch gefunden hat, morgens um halb vier in der versifften Kneipe im Hinterhof, auf die Bühne gestellt. Und genau diese Straßenkötermentalität mag ich an dieser Scheibe.

Frank Scheuermann






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