Reviews

Leaving The Ways EP

Label: SideOneDummy (2004)

The Briggs kommen aus Boston und das ist nicht gerade der schlechteste Ort um eine Band zu gründen. Die Mighty Mighty Bosstones kommen ebenfalls aus Boston. Was verbindet die beiden Bands? Der Bassist! Joe Gittleman war nicht nur Produzent dieser 6 Track EP, sondern spielte auch den Bass ein, weil die Briggs gerade keinen eigenen mehr hatten. Der nächste verheißungsvolle Promoschachzug war die Teilnahme an der Warped Tour und eine USA/Europa Tournee mit den Jungs von Flogging Molly die gerade läuft. Ein neues Album steht für 2005 in den Startlöchern. Jetzt kann eigentlich nichts mehr schief gehen.

Der Sound klingt nach einer Mischung aus Bosstones und McKenzies ohne Dudelsäcken, straighter Streetpunk mit langen Singalong Parts. Erinnert wird man dabei an, wie kann es anders sein, irische Volksmusik. ‚Waiting In The Shadows’ hat schon fast hymnischen Charakter und ist mit einer der besten Songs, obwohl eigentlich kein wirklich schlechter Titel auf der EP ist. Die zwei ersten Tracks sind noch in Feierlaune gestaltet, ‚All On Me’ ist wesentlich schneller, aggressiver und mit viel mehr Energie gestaltet, die sofort auf den Hörer überspringt. Dass man nicht nur auf eine Art von Klang festgelegt ist, zeigen im letzten Werk des Silberlings ‚Top 40’. Erst wird man an Reggae erinnert, aber die Punkwurzeln gehen nicht verloren, denn im Refrain hört man wieder den gewohnten Sound. Was die Jungs da, obgleich ihres vergleichsweise jungen Alters, machen ist beeindruckend. Es klingt als hätten die Briggs schon viel Erfahrung im Geschäft gesammelt, denn sie haben alles in ihre Musik gepackt was für einen potentiellen Punkhit nötig ist. Trinklieder, normale Punksongs und gute Stimmung sind alle auf diese 6 Track EP gepackt, also kann man nur gespannt auf das kommende Album warten, denn was machen die Jungs auf einer CD mit voller Länge, wenn sie auf nur 6 Songs beschränkt soviel anrichten? 

Wer auf Real McKenzies, Dropkick Murphys und Flogging Molly steht sollte unbedingt mal bei den Briggs reinhören.

Winfried Bulach