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My Resurrection

Label: Frontiers Records (2005)

Der Kerl ist einfach der Hammer! Kurz nach dem Erscheinen der „A Decade Of Brazen Abbott“ betitelten Livescheibe haut der bulgarische Saitenhexer Nikolo Kotzev schon wieder ein neues Langeisen raus! Andere nutzen so etwas, um sich eine Verschnaufpause vor der nächsten Veröffentlichung zu erschleichen.

Mit Joe Lynn Turner hat er dieses Mal wieder einen echten Hochkaräter mit am Start, der gemeinhin auch nicht in dem Ruf steht, arbeitsscheu zu sein. Zwar singt der ehemalige Rainbow, Deep Purple, Malmsteen und Fandango-Shouter nur vier von zwölf Titeln ein, aber schon der Titelsong, der an der Poleposition steht hat es absolut in sich. Natürlich gibt es deutliche Bezüge des Blackmore-Adepten zum Wirken von Rainbow. Aber wen stört es, wenn Herr Blackmore seit nunmehr einem Jahrzehnt nur noch mit Strumpfhosen bekleidet Kleinstädte wie Memmingen mit der Laute heimsucht, dann muss eben ein anderer seinen Job tun. Und wie!

Der andere etatmäßige Sänger Goran Edman hat mit dem schleppenden, leicht an Led Zeppelin erinnernden ‚Bad Madman’ ebenfalls einen veritablen Einstand. Tony Harnell, den man ebenfalls schon von früher kennt, hat mit der Uptempo-Nummer ‚Godforsaken’ ebenfalls einen gelungenen Einstand zu verzeichnen.

So könnte ich nun die nächsten neun Songs einzeln vorstellen, aber das bringt natürlich nichts, da das Fazit schon längst steht: Wieder einmal ist es Nikolo Kotzev und seiner Mannschaft gelungen, ein traditionelles Hardrockalbum im modernen Soundgewand zu produzieren, das alle Fans des Genres beglücken dürfte. Allerdings würde ich mir wünschen, dass zukünftig zwecks Kontinuität eher ein einziger Sänger die volle Verantwortung übernimmt, da sonst dem Ganzen der Stallgeruch eines Projektes anhängt.

Frank Scheuermann






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