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A Decade Of Brazen Abbot Live

Label: Frontiers Records (2004)

Wenn Nikolo Kotzev ein neues Projekt angeht, dann sind zwei Dinge bereits im Vorfeld klar: 1. musikalisch ist alles über jeden Zweifel erhaben und 2. es klingt unter Garantie nach Rainbow. Das war bisher bei allen Brazen Abbott Platten so, und auch das 2000er Nostradamus-Projekt stellte keine Ausnahme dar. Daher noch vor dem ersten Hören der Tipp an alle Freunde des melodischen Hardrock und Heavy Metal (auch Riot lassen grüßen!): Sofort kaufen, marsch, marsch!
Okay, dann schiebe ich die CD zwecks Absicherung meiner Kaufempfehlung noch schnell in den Player und - oh Schreck! - das Handwerk ist zwar gut, aber der Sound...! Mitgeschnitten während der letztjährigen Tournee des Maestros durch Bulgarien stand wohl kein besseres Equipment zur Verfügung…Nun denn, wenn man - wie ich - bereits jahrelange Bootlegerfahrung hat, dann gewöhnt man sich auch an diesen fehlenden Druck.

Mir drängt sich beim Betrachten der Setlist noch eine andere Frage auf: wenn die Scheibe sich schon „A Decade Of Brazen Abbott“ nennt, warum finden sich dann von der Debüt CD  „Live And Learn“ keine, und von allen nachfolgenden CDs nur jeweils ein Song, wenn die Spielzeit nur durch 6 (!) Songs der aktuellen Scheibe „Guilty As Sin“ (2003), ein Drumsolo, ein Keyboardsolo und zwei Songs von Rainbow (!) zustande kommt?

Natürlich ist die Musik klasse, natürlich ist die Stimmung im Publikum toll, aber hier hätte man deutlich mehr daraus machen können, zumal die gesamte CD nur eine Laufzeit von knapp über einer Stunde hat.

Ganz nebenbei sei noch erwähnt, dass seine Begleitmannschaft, allen voran natürlich Joe Lynn Turner, ex-Sänger von - na, kleines Ratespiel gefällig? Richtig! - Rainbow, gewohnt souveräne Arbeit verrichtet.

Wer von Euch nicht nur Lust darauf hat, sich die Musik anzuhören, sondern die Herren auch bei der Arbeit betrachten möchte, der kann gegen einen leichten Aufpreis auch die DVD dieses Konzerts in Augenschein nehmen. Über Extras hingegen kann ich keine Aussagen tätigen, da es mir nicht vergönnt war, sie einzusehen.

Frank Scheuermann






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