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Recipe For Disaster

Label: Century Media (2005)

Jetzt liegt die CD schon so lange bei mir rum, hat auch schon dementsprechend oft die Innenseite meiner CD-Schleuder von innen gesehen, aber irgendwie wußte ich nie, was ich zu „Recipe For Disaster“ schreiben sollte. Die Antwort auf das Warum kann ich selber nicht geben, bietet das „Katastophen-Rezept“ doch alle Zutaten, die dem Fan gepflegter Rock-Musik amtlich munden dürfte. Sprich: harte Rock-Riffs treffen auf balladeske Töne und das ganze knallt meist mehr als ordentlich aus den Speakern. Dazu gesellt sich ein zünftiges Südstaaten-Flair. All das ergibt eine Mischung, die nicht nur den ansässigen Rednecks das Bierglas aus der Hand pfeffern dürfte.

Wer jetzt aber an Bands wie Lynird Skynird denkt, liegt komplett falsch. Statt süßlicher Hits regiert hier eine Donnerfaust, die ab und an eher mit neueren Molly Hatchet verglichen werden kann. Soll heißen: Hits wie ‚Black And Blue‘, das programatisch betitelte ‚Freight Train‘ oder der Stampfrocker ‚Days Are Numbered‘ sind in einen druckvollen Sound eingebettet und rocken das Haus in einer Art, die Hurrikane Katrina neidisch gemacht hätte.

Zwischendurch wird dann aber auch mal eine kleine Pause in Form ruhigerer Töne eingelegt. Besonders ‚Running Alone‘ und das sehr ruhige ‚Once In A Lifetime‘ vermitteln ein amtliches Pub-Flair, das dem inneren Auge eine gemütliche Südstaaten-Kneipe samt auf dem Parkplatz befindlicher, sauber nebeneinander gereihter und polierter Pick-Ups präsentiert.

Ums kurz zu machen: Brand New Sin bescheren dem Hörer mit „Recipe For Disaster“ eine gute Dreiviertelstunde Rock vom feinsten. 13 Songs, die geradezu prädestiniert sind, in kleinen verschwitzten Clubs vorgestellt zu werden. Hoffentlich auch bald in unserer Nähe!

Michael Meyer






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