Reviews

Go Get Goo Goo

Label: Eigenproduktion (2003)

60s Garagepunk von Frauenhand gemacht, dass sind die Boonaraaas. Die Ruhrpöttlerinnen fanden sich vor nun fast 10 Jahren, nämlich Anno 1995, zusammen um eben jener Stilrichtung zu neuem Glanz zu verhelfen. Seit damals hat sich viel getan, denn von den Gründerinnen sind nur noch zwei in der Band, aber das machte diese Combo besser, denn jetzt haben die Damen ihre aktuelle Idealbesetzung gefunden. 1999 brachte man seine Debüt LP heraus. Auf dem Weg dorthin brachte man aber erst zwei 7“ Platten heraus die beide ausverkauft wurden. Letztes Jahr kam das aktuelle Album „Go Get Goo Goo“ heraus, das hier Probe gehört wurde.

Eingestimmt wird man mit dem ‚Goo Goo Theme’ das sofort klar macht was 60s Punk eigentlich bedeutet. Dumpfe Gitarrenriffs die eine starke Melodie in sich tragen herrschen im ersten Track vor. Danach geht es zu den eigentlichen Kunstwerken des Tonträgers, den Gesangsstücken. ‚Hipshakin’ Loving’ versetzt einen prompt zurück in die 60er und erinnert irgendwie an die große Zeit der Hula Hoop Reifen. Man kann die Hüften im Rhythmus des Songs schwingen lassen. Die Mischung aus Ernsthaftigkeit, Spaß und Freude zieht sich durch das ganze Album. ‚Destroy That Boy’ ist etwas tiefer und langsamer gespielt, so dass man den Bass sehr schön heraushören kann. Patricia, die Bassistin, singt die meiste Zeit des Albums mit ihrer wunderbaren Stimme, die perfekt mit der Musik harmoniert die gespielt wird. Bis auf einige Ausnahmen sind alle Tracks etwa zwei Minuten lang, aber das ist keinesfalls ein Nachteil, denn die Songs sind nach der Devise „kurz und knackig“ geschrieben. Das bedeutet, dass keine Zeit verschwendet wird mit einem Intro oder ähnlichem, sondern der Song direkt losgeht. Die übrigen Mitglieder dürfen auch mal ans Mikro, wie man bei ‚Girls I Hate Most’ hören kann, wo Christina, die Schlagzeugerin, ihr Bestes geben darf. Bei ‚The Young Ones’ singt Christina abwechselnd mit Gitarristin Tine. Die Sprache der Titel beschränkt sich fast ausschließlich auf das Englische, einzige Ausnahme ist der letzte Track ‚Mehr von Dir’, den man unbedingt mal anhören sollte. Der Song ist ein einziger Ohrwurm, der alles hat, eine geniale Melodie, Passagen zum Mitsingen und die jede Menge Energie.

Es ist schade, dass eine so gute Band so unbekannt ist. Es gibt nicht viele 60s Garagepunk Bands und eine solche Band, die nur aus Frauen besteht ist so gut wie einzigartig. Das Album kann man einfach nur weiterempfehlen, vor allem an die Liebhaber der genannten Musikrichtung.

Winfried Bulach






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