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Apologize For Nothing

Label: Edel (2005)

Nachdem S.A.D. vor nicht allzu langer Zeit (ein guter Monat) das Debüt der Amerikaner auf den deutschen Markt brachte, schiebt TVT nun das zweite Werk hinterher. Ein Grund dafür dürfte die anstehende Tour mit Life Of Agony sein, mit der das Album wohl etwas angepriesen werden soll. Es hat sich seit dem Debüt, welches eigentlich schon vor 2 Jahren das Licht der Welt erblickte, einiges getan. Es kamen diverse Einflüsse hinzu und die Hardcore Komponente verlor an Gewicht, so dass sogar Hip Hop Grooves an Bord genommen werden konnten.

Der erste Track ‚Six Feet Under’ hat wenig mit der gleichnamigen Fernsehserie zu tun, denn es ist ein typischer Bobaflexsong erster Güte. Etwas geschliffener und mit mehr Hip Hop versehen als die Debütscheibe, präsentiert sich der Titel als sehr eingängig trotz der eingebauten Breaks. Die Melodien sind wichtiger geworden und machen jedes Werk zu einem Unikat mit Wiedererkennungswert. Der Silberling erinnert entfernt an die frühen (und guten) Limp Bizkit Scheiben, denn man ist immer noch dem Hardcore verpflichtet, auch wenn die Schreiereien etwas an Biss verloren haben um mehr als nur das übliche Hardcore Klientel zu bedienen. Die neue Vielseitigkeit zeigt sich ebenfalls in den etwas gemütlicheren ‚Bullseye’ und ‚Guns Ablazin’’, die durchweg Anklang finden, ob ihres gelungenen Songwritings. Mit stampfenden Rhythmen und den dazu passenden Grooves vergräbt sich die Langrille im Trommelfell des Konsumenten, wobei das eine oder andere Flimmerhärchen in Mitleidenschaft gezogen wird, natürlich im positiven Sinne. Die Entwicklung der Band lässt sich am Besten am Track Nummer 10 sehn, denn ‚Medicine’ war bereits auf „Primitive Epic“ mit von der Partie. Der Sound klingt professioneller und etwas aggressiver, dennoch eingängig und angenehm.

Bobaflex hat sich einem größeren Publikum geöffnet, welches sich auch aus alten Limp Bizkit Fans rekrutieren lässt: Empfehlenswert!

Winfried Bulach






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