Reviews

A Twist In The Myth

Label: Nuclear Blast (2006)

Es ist nichts ungewöhnliches, dass Blind Guardian sich für ihr neues Album eine ganze Weile Zeit gelassen haben. Viereinhalb Jahre liegen nun zwischen dem letzten Album „A Night Of The Opera“ und ihrer nun neuen Scheibe „A Twist In The Myth“. Viel ist seit dem letzten Werk passiert und die lange Wartezeit hat sich mehr als nur rentiert.

Blind Guardian ist eine Band, die sich noch nie von irgendetwas hat beeinflussen lassen. Sie haben sich mit keinem Album je selbst kopiert aber auch der bekannte „Blind Guardian Flair“ ist immer erhalten geblieben. So auch bei „A Twist In The Myth“. Die Band hat hierbei wieder, im Gegensatz zum Vorgängeralbum, eine klare Gesangslinie und viel an Progressivität aus den Songs rausgenommen. Der neue Drummer Frederik konnte sich perfekt einfügen und sorgt für einen neuen aber nicht fremden Groove. Für einen gelungenen Einstieg sorgt der Opener ,This Will Never End´. Ohne jegliches Intro springen die sechs Musiker in ihr neues Werk und beweisen ihr können aufs Neue. Hansi ist mit schrillen und auch agressiven Gesangseinlagen voll dabei und auch die Riffs und die Drumms sind einmalig. Otherland beginnt dagegen etwas melodischer und ist mit seinem eingängien Refrain nicht zu überhören. Mit Klängen von Dudelsäcken beginnt der dritte Track des Album ,Turn The Page´, hier hat Frederik etwas geschaffen was einfach nur super gut gelungen ist. Ein „Gute-Laune-Song“ der zum Mitsingen anregt und gezwungen laut gehört werden muss. Da kommt man nicht dran vorbei, hüpfen, klatschen, wer will da nicht mitmachen? ,Fly´ist die erste Auskopplung des Albums und auch das komplizierteste Stück, das man auf der Scheibe findet. Daher war der Gedanke und die Tat dieses Stück als erste Single zu veröffentlichen kein Fehler. Man ist sofort im Song und muss sich nicht erst reinfinden. Ein einmaliges und herausstechendes Stück der Scheibe ist der fünfte Track ,Carry The Blessed Home´, ein ruhigeres Stück, dass man als Halbbalade titeln kann. Trotz seines sehr melodischen Klanges ist es ein herausragender Song des Albums. ,Another Stranger Me´, hier geht es viel kraftvoller zur Sache. Hansis Gesang wird bei diesem Stück immer ein wenig agressiver, genauso die Gitarrenriffs und der matellische Klang. Was den ganzen Track unheimlich interessant macht und dadurch eines der besten Stücke des Werkes ist. Ähnlich ist ,Straight Through The Mirror´, ein typisch guter Blind Guardian Song. In ,Lionheart´muss der Hörer sich erst mal wieder richtig einfinden. Etwas progressiv und undurchsichtig. Auch der Refrain ist nicht so eingängig wie bei manch anderen Stücken der Scheibe. Doch ist man einmal durchgestiegen kann der Song fast genauso punkten wie alle anderen. Flöten, akustische Guitarren, melodischer Gesang, kurz und knapp: Mit ,Skalds And Shadows´haben die Krefelder einen großartigen Ohrwurm geschaffen. Mit einem heftigen Drumming beginnt das vorletzte Stück ,The Edge´. Großartiger Gesang, ein geniales Gitarrenspiel und Drums, dazu noch einen eingängigen Refrain, fertig ist ein Meisterwerk. Frederik kann hier sein Können voll unter Beweis stellen. Zum Schluss schrauben die Jungs ihre Power wieder ein wenig herunter. Im Midtempo führen die Jungs durch ihren letzten Song, der ebenfalls sehr gelungen ist. Ein Schlusslicht, das nicht zu verachten ist.

  „A Twist In The Myth“ hat bei einer Spielzeit von knapp 52 Minuten alles zu bieten was ein gutes Studioalbum aufweisen soll. Rockige, melodische und progressive Stücke lassen das Blind Guardian-Fanherz höher schlagen. Abwechslung in den einzelnen Tracks ist garantiert. Im Vergleich zu „A Night At The Opera“ ist „A Twist In The Myth“ nicht mehr ganz so bombastisch und überdreht. Man kommt viel einfacher in die einzelnen Songs rein. Es wurde mehr auf Rhtymus und Groove gesetze gemischt mit neuen Elementen, die größtenteils von Frederik gekommen sind. Trotz dem ist „A Twist In The Myth“ weiterhin ein forderndes Album, das den Krefelder Jungs großartig gelungen ist.

Stefanie Krämer






Musicload