Reviews

Infinity Ends

Label: Soulfood Music (2004)

Ein nettes AOR-Scheibchen habe ich da gerade aus meinem Briefkasten geangelt....Schöne Chorgesänge, zweistimmige Gitarrenläufe, eine transparente Produktion, die mehr nach 80er Jahren als nach 2004 klingt und Songs, die durchaus ihre Reize haben. Dabei muss man eben bedenken, dass es keine Metal-Scheibe im engeren Sinne ist, eher Power-Pop im Stile von Toto, Saga (natürlich abzüglich des progressiven Charakters) oder Survivor. Mit den Balladen im Stil von ,We still belong’ hätte man in den 80ern jede Posermaus flachgelegt. So habe ich denn beim Schreiben dieser Zeilen deutlich den Geruch von Haarspray in der Nase, obgleich die schwedischen Musiker so gar nicht nach Europe aussehen wollen. Die meisten Nummern bewegen sich im gedrosselten Midtempobereich und so will dann doch trotz des ersten guten Gesamteindrucks keine überschwängliche Freude aufkommen.

Irgendwie hat man das alles dann doch schon einmal gehört. Und der Sound bleibt trotz seiner Transparenz einfach ein wenig zu flach. Der Druck fehlt diesem Teil, was auch daran liegen kann, dass man keinen etatmäßigen Drummer mit an Bord hat, sondern dass Mastermind Magnus Olsson nicht nur alle Instrumente (abzüglich der Gitarren) spielt, sondern auch die Programmierung des kleinen Japaners vorgenommen hat. Seine beiden Sidekicks, Hans Dimberg (vocals) und Pierre Glans (guitars, vocals) geben sich dabei alle Mühe, die Songs in ein sauberes Klanggewand zu verpacken, wobei die Gitarren sehr oft zugunsten der Keyboards nach hinten gemischt werden.

Ein Song wie ‚SOS’ hätte durchaus auch (wenngleich mit anderem Mix und anderer Gitarrenarbeit!) auf „Written In The Sand“ von MSG stehen können.

Bleibt schlussendlich festzuhalten, dass die Platte immer dann zu gefallen weiß, wenn die Gitarren wirklich zu hören sind und dass ansonsten durch den Hörgenuss auch esoterische Momente eröffnet werden (wenn ihr wisst, was ich meine...). Also, ein kleiner Tipp an dies Kapelle: such euch eine fette Rhythmsection und tourt durch Clubs, dann merkt ihr deutlicher als im Studio, welche Songs funktionieren und welche nur interessante Harmonien und Arrangements haben.

Frank Scheuermann






SonicShop - HiFi Gehörschutz