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Howl

Label: Rough Trade Distribution (2005)

Der Black Rebel Motorcycle Club ist wieder da, diesmal mit neuem Label, erneuertem Stil und frischen Ideen. Angefangen hat alles in San Francisco wo Peter, Robert und Nick sich trafen und die Gruppe gründeten. Den Namen hatten sich die Jungs aus dem Marlon Brando Streifen „The Wild One“. Sie gingen nach LA und nahmen ein Demo auf, das durch Zufall Noel Gallagher von Oasis in die Ohren drang und nicht mehr los ließ. Durch diese prominente Unterstützung bekam man einen unlimitierten Plattendeal der alle musikalischen Freiheiten offen hielt. Das Debüt wird ein voller Erfolg, doch beim Nachfolger kommen die Probleme, zu aggressiv war die geschaffene Musik und so ging die Band ihre eigenen Wege um nun bei ihrem neuen Label das Drittwerk abzuliefern.

Der Opener ‚Shuffle Your Feet’ erinnert spontan an die Straße und alte Roadmovies. Der Blueshauch mitsamt seiner Mundharmonika weht durch die Gassen und irgendwo geistern Strohballen durch die Landschaft. Die geschaffene Stimmung ist perfekt gelungen damit der folgende Titeltrack im richtigen Licht gehört werden kann. Stellenweise kommen Gedanken an die Gitarren von Oasis mit denen sie am Anfang ihrer Karriere durch England getourt sind, doch der Zug Richtung Country und Folk beeinflusst die Musik stärker als die alten Zeiten.
‚Ain’t No Easy Way’ macht da weiter wo ‚Shuffle Your Feet’ aufgehört hat und hat etwas vom Sound und dem Gesang, der den Klassiker ‚Born To Be Wild’ so genial macht, vor allem die starke Mundharmonika rundet das Klangbild gut ab. Es geht etwas trauriger und ruhiger weiter. Mit ‚Promise’ kommt ein Stück, welches enorm durch das Klavier geprägt ist, Kuschelrock lässt grüßen. Seltsam ist die Titelauswahl beim ‚Gospel Song’. Unter Gospel versteht man eigentlich etwas völlig anderes als das Trio dem Hörer unterjubeln will, denn es ist wie der Rest des Albums ihr eigener Stil aus Rock, Blues und Folk. Den Schlusspunkt des Albums setzt mit fast achteinhalb Minuten der Track ‚The Line’, der einen Hidden Track beinhaltet. Das versteckte Stück ist hierbei das Interessantere von beiden, denn es weckt die Emotionen und macht schmerzlich klar, dass man zum Ende gekommen ist und nun Abschied nehmen muss.

Das Album ist nichts für Freunde der harten Rockmusik. Der Sound ist sehr ausgefallen, wird aber seine Freunde unter den Schmuse / Country / Blues / Folk / etc.-Rockern finden, die hier ein nettes Stück Tongut vom Black Rebel Motorcycle Club geliefert bekommen.

Winfried Bulach






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