Reviews

Boozed, Broozed & Broken-Boned DVD

Label: Edel (2003)

Ausnahme Gitarrist Zakk Wylde liefert mit seiner Black Label Society im Jahrhundertsommer 2003 eine derartig coole und vollgepackte DVD ab, dass einem jeden Fan das Wasser im Munde zusammenlaufen dürfte. Im Mittelpunkt dieser DVD steht eindeutig der komplette und ungekürzte Konzertmitschnitt der ausverkauften Show in Motortown Detroit, die mit einigen Raritäten und Bonusmaterialien kredenzt wird…

Weiße und rote Strahler, unterlegt von typisch Amerikanischen Sirenen ebnen Zakk Wylde, Rob Trujillo, Nick Cantanese und Craig Nunenmacher den Weg auf die Bühne des Harpo Clubs. Von Anfang an überzeugt die Black Label Society mit einem gewaltigen Sound (wählbar als Stereo, Dolby Digital 5.1 oder DTS). Besonders Songs wie ‚Bleed For Me’ oder mein persönlicher Fave ‚Genocide Junkies’ kommen extrem geil rüber und stärken das Verlangen auf dem nächsten Konzert der Band anwesend zu sein. Klassiker wie ‚Stronger Than Death’ oder ‚World Of Trouble’ sind natürlich auch nicht ohne und keinesfalls zu unterschlagen. Wie es sich für einen Ausnahmekönner gehört legt Zakk auch gleich einmal ein 5-minütiges Solo aufs Parkett gefolgt von der Amerikanischen Nationalhymne. Fehlen also nur noch die beiden Rausschmeißer ‚Super Terrorizer’ und ‚The Berserkers’, die mit dem wunderschönen Zitat „Limp Bizkit sucks“ eingeleitet werden. Nach 12 Songs plus die erwähnten Solo-Beilagen ist dann auch schon wieder Schluss und man muss sich anderen Sachen widmen.

Wer diesen Gig in voller Länge überstanden hat, ist mit seiner Erkundung aber noch lange nicht am Ende, denn jetzt taucht man tiefer in die schwarzen Abgründe von Zakk und seiner Gesellschaft ein. Beginnen sollte man am besten mit dem 14-minütigem Interview, indem Zakk eine ganze reihe offene Fragen zu seinen ersten Schritten, Ozzy und der Band beantwortet, leider gibt es auf der gesamten DVD keinerlei Untertitel, so dass man auf jeden Fall konzentrierter zuhören muss, um auch alles mitzubekommen. Als nächstes sollte man sein Augenmerk auf den Bereich „Bonus“ richten, denn hier sind unter anderen zwei weitere Live-Songs, ein außergewöhnliches Duett (Zakk mit Töchterchen Rae Rae / ungewohnt soft), Quatsch im Studio, sowie andere Leckereien zu finden. Die hart gesottenen Fans und Gitarristen da draußen sollten sich zu guter letzt auf keinen Fall die Kategorie „Lesson“ entgehen lassen, denn hier zeigt Meister-Fiedler Wylde höchst persönlich einige seiner Riffs und erklärt, wie man diese zu spielen hat. Eine wirklich lustige Sache, allerdings nur für Musiker interessant, da der Laie wegen des Fachjargons wohl kaum Spaß daran findet wird.

Die DVD überzeugt durch eine wunderbare Umsetzung, eine einfache Menüführung und durch den Haufen an Bonusmaterial, das durch die Discographie der Band erfolgreich abgerundet wird. Einzig der monoton daherkommende Backgroundsound geht einem nach mehrmaligem Surfen durch die Menüs auf die Nerven, was aber keinesfalls den nahezu perfekten Gesamteindruck ruiniert. Riesen Teil, mehr davon.

Nils Manegold






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