Reviews

Rigor Mortis

Label: Unterm Durchschnitt (2003)

Dann schauen wir doch mal nach, was vom Flugzeugabsturz noch so übrig bleibt. Eine deutsche Band will zeigen, dass sie kein unnützes Überbleibsel, sondern der entscheidende Rest des Ganzen ist.

Des Ganzen was? Na ja man behauptet zwar von der allzu großen Nirvana-Nähe des letzten Teils weggekommen zu sein, allerdings bleibt dann die Frage, wie bitte dann der Vorgänger klang. Wirklich jedes Instrument (1x Gitarre, Bass, Schlagzeug) klingt nach der alten Band von Kurt Cobain. Kurtis (Sprachverwandt mit Courtney, Brüller) Stimme erreicht man zwar nicht, aber die Stimmführung ist durchaus dem Nordwesten der USA entnommen. Dort ist jetzt alles tot, so einigermaßen, obwohl mit Sicherheit ein großes Potential für Grungebands besteht. Black Box Pilot müssen aber noch ein paar Mal üben, bevor sie über die Nachfolge nachdenken dürfen. Doch etwas seicht, fast poppig, ohne den echten Biss plätschert die Scheibe zwar nett, aber belanglos am Ohr vorbei. Erinnerungen an genannte Band und ein paar damit verbundene Knutschereien sind ok, aber dann doch lieber das Original. Originalität, das wäre was, einfach mal was Eigenes einbauen (machen sie auch manchmal), so bekommt man Kontrast, Charakter, Kratzer auf der Box.

Wer Bock auf alternativen (Im Stilsinne) Grunge hat, darf reinhören. Popgirls könnten hiermit langsam an Härteres herangeführt werden, Metaller werden lachen, Nietengürtelträger ihrer Freundin ein tolles Geburtstagsgeschenk machen. Kein Bedarf bei mir.

Christian Kremp






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