Reviews

Angels Wear Black

Label: Massacre Records (2004)

Welche Band würde man jemanden vorspielen der fragt was genau Heavy Metal ist? Da fallen einem sicherlich spontan zuerst die Helden der Vergangenheit ein, die zum Teil noch heute aktiv sind: Priest, Maiden, Sabbath, Deep Purple. Aber mal ehrlich: Welche neue Combo der letzten Jahre spielt das noch? Spontan fallen mir da nur Solemnity und Majesty ein, der Rest ist davon weit entfernt. Rhapsody bezeichnen ihren Stil mittlerweile als Film Score Metal, die Melodic Ecke ist sowieso überlaufen und immer mehr Nu Metal Fraktionen drängen in die Szene. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt und das mir vorliegende Release bestätigt nicht nur die Hoffnungen, sondern übertrifft diese bei weitem.

Obwohl man Black Abyss dem Namen auch leicht den Schwarzmetallern zuordnen könnt, ist die deutsche Formation seit Gründung 1990 dem Heavy Metal treu. Umso erstaunlicher, dass „Angels Wear Black“ erst die dritte offizielle Scheibe in der Discographie darstellt. Aber die hat es gewaltig in sich. Schon das Cover finde ich phänomenal gezeichnet, episch und düster gehalten, ein echter Hingucker. Die Musik als episch zu bezeichnen würde zu weit gehen, hier gibt es 45 Minuten voll auf die zwölf. 10 rassige Heavy Metal Arschtritte, die stilistisch mehr in die 80er Schiene reingehen. Als Herleitung könnte folgender Ansatz dienen: Nicht so kitschig wie Hammerfall, schneller als Majesty gepaart mit der Härte von Lefay, dass sind Black Abyss. Passend dazu wurde das teil richtig rau produziert, was vor allem dem Gitarrensound gut bekommt, der richtig dreckig daherkommt und die Härte der Songs noch mal durch ein kräftiges Ausrufezeichen unterstreicht. Ohnehin harmoniert das Gitarrengespann Klenk / Röder exzellent, die beiden hauen ein Killerriff nach dem anderen heraus, bestes Beispiel hierbei ist der düstere Midtempo Kracher ,Shadows Of The Past’, der vor allem im Chorus richtig abgeht. Auch wenn sich die ganze Platte durchweg auf hohem Niveau befindet, möchte ich an dieser Stelle ,Unholy War’ und ,Time’ etwas herausheben, zwei astreine Headbangignummern, deren Takt durch Drummer Andy Heidmann dem eines MGs verdächtig nahe kommt. Glanzstück der Scheibe ist aber zweifelsohne ,When Angels Wear Black.’ Der Track entbehrt nicht einer gewissen Melancholie und hat einfach das gewisse gänsehauterregende etwas, erinnert stark an ,Passage to The Other Side’ von Seven Witches. Einfach nur grandios.

Die Anzahl der Alben, die nach dem ersten Durchlauf begeistern ist rar. „Angels Wear Black“ gehört zweifelsohne zu diesen Scheiben und ist somit eine mögliche Antwort auf die eingangs gestellte Frage. Ganz starke Vorstellung!

Oliver Bender






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