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Face-Off

Label: AOR Heaven (2005)

Dritte Platte, dritter Sänger. Was den Sängerverschleiß betrifft, machen Biss wahrlich keine Gefangenen. Nach ex-Victory-Sänger Fernando Garcia und dem deutschen Wunderknaben Michael Bormann (Jaded Heart) darf nun Krokus-Fronter Mark Storace ran, und man kann hoffen, dass das Besetzungskarusell endlich zum Stehen gekommen ist. Und wer Krokus kennt, kann sich wohl auch ausmalen, dass Biss wohl eher keinen Death Metal spielen.
Vielmehr regiert hier rockiger Heavy Metal, der von der Schweizer Größe gar nicht mal so weit entfernt ist. Außerdem hat man mit Produzent Michael Voss (ist doch der von Mad Max, oder!? Kennt wahrscheinlich keiner mehr) und Ralf „Doc“ Heyne 2 Rocker dabei, die das Geschäft des guten alten Hardrock eh mit der Muttermilch aufgesogen haben und genau wissen, was sie tun. Und das hört man sofort, schaffen es Songs wie der geile Opener ‚Breathless’ oder ‚Rejected’ doch, jede Altherren-Spelunke in eine Rock-Hölle zu verwandeln und Akts wie die mal großartigen Bonfire (ja, lacht mich nur aus!) dem Fegefeuer zu übergeben - um mal bei klerikalen Vergleichen zu bleiben. Aber im Ernst, die Scheibe macht bisher richtig Spaß und giert bereits danach, als Passagier im Autoradio eine gepflegte Spritztour zu machen. Und dies ändert sich auch nicht mit zunehmender Spieldauer, auch wenn sich bei manchen Songs auch mal so etwas wie Durchschnittlichkeit (vor allem die Quasi-Ballade ‚Lady Of The Night’ passt nicht so recht zum übrigen Qualitäts-Niveau) einschleicht; dies aber in durchaus vertretbarem Maße.

Wer auf eine Mischung aus Krokus, Shakra oder Saxon - vor allem der Rocker ‚Fire In The Night’ erinnert nicht nur aufgrund der Nähe Storace’s zu Biff Byford an die englische Legende - steht, sollte dieser Scheibe, die wirklich Biss hat, eine Chance geben und sich selber von richtig gutem, handgemachten Hardrock verführen lassen. Beide Daumen nach oben!

Michael Meyer






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