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Joker In The Deck

Label: Point Music (2003)

Neulich am ImBiss, treffen sich zwei Gitarren: „He, du spielst doch auch bei Biss oder?“ - „Yep!“ - „Ich wollte dich schon immer mal fragen, wieso dein Herrchen dich eigentlich so verdammt protzig und hart verzerrt spielt?“ - „Na ja ich weiß auch nicht, passt halt echt nicht, aber vielleicht muss er was kompensieren!“

Nun zumindest musikalisch hat die Gitarre Recht, denn was Biss spielen ist als Hard Rock zu bezeichnen, dem jedes Bisschen Biss fehlt. Biss dato hatte ich hier im Bisstum Mainz von dieser deutschen Formation auch nichts gehört. Und nach mehreren Durchläufen haben sie sich auch nicht unbedingt festgeBissen. Langweiliger Rock mit ordentlichen Längen, Stil so 80er Jahre Glam Rock mit oben genanntem Schuss protziger Härte. Den Joker aus dem Titel hätten die Jungs besser gespielt, anstatt ihn im Deck zu behalten und noch damit rumzuprotzen „I’ve got a joker in the deck“, da muss man ja verlieren. Musikalisch gibt es einfach nichts, was irgendwie über das Mittelmaß hinausgeht, natürlich können die spielen, aber was, das ist die Frage. Alles schon 100mal gehört, davon 80mal besser. Man nehme etwas AC/DC und Kiss noch eine moderne Produktion und einen ordentlichen, gefühlvollen Sänger, fertig. Einen gewissen Eingängigkeitsfaktor will ich auch gar nicht abstreiten, aber der nervt eher, als das er erfreut.

Fazit: Mir ist der Bissen im Hals stecken geblieben. Hard Rock Fans sollten sich ein Bild machen, aber ich glaube kaum, dass sie zu großartig anderen Ergebnissen kommen. Ich höre mir jetzt auf jeden Fall Limp Bisskit oder nein, besser Slayer ‚Season In The ABiss’ an.

Christian Kremp