Reviews

Uncreation

Label: Locomotive Music (2006)

Traditioneller Metal war nie wirklich tot. Er fand nur über einen längeren Zeitraum in den Medien nicht statt. Dass es echten Heavy Metal weit jenseits von hirntotem Geballer einerseits und Kinderliedern andererseits durchaus geben kann, beweist der Fünfer aus dem amerikanischen San Diego auf seiner Debutscheibe. Das beginnt schon mit dem gefährlich groovenden Monster von einem Titelsong, der nicht zu Unrecht den Reigen von Songs eröffnet. Doublebass und in tiefsten Lagen riffende Gitarren geben die Schlagzahl vor. In kürzester Zeit fressen sich die Riffs in den Gehörgängen fest, ohne dass der Eindruck von akustischer Belästigung entsteht.

Benedictum verstehen es geschickt, alle Trademarks klassischen Heavy Metals zu zitieren und in ihren ureigenen Sound zu integrieren. So finden sich Anklänge an die alten Savatage und sogar noch weiter zurück in der Musikgeschichte (man denke nur an Herrn Schwarzmehrs Regenbogen). Das Solospiel bleibt trotz allen Riffings stets topmelodisch. Aber trotz aller bisher erwähnten Vorzüge habe ich Euch das hervorstechende Kennzeichen dieser Band noch vorenthalten: die unglaubliche Stimme von Veronica Freeman, die man, wenn man es nicht wüsste, für die Stimme eines Mannes halten würde. In puncto Aggressivität erinnert sie mich zuweilen an den jungen Robb Halford, aber dann doch mit einer sehr eigenen Note.

Das einzige, das mich an dieser ansonsten rundum gelungenen Veröffentlichung ein wenig stört, sind die beiden Black Sabbath Coverversionen („Heaven And Hell“ und „Mob Rules“), die zwar nicht daneben sind (dafür sind sie zu nah am Original!), aber sie nehmen eben Platz weg für eigene Songs, von denen man sich durchaus mehr gewünscht hätte! Allerdings spielt auf „Mob Rules“ auch der langjährige Dio und Rainbow-Bassist Jimmy Bain mit, was den Wert dieser Coverversion für Sammler ein wenig erhöht. Für Rock-Enzyklopädisten sei der Vollständigkeit halber noch nachgetragen, dass Dios Craig Goldy (guitars), der ein langjähriger Freund und Förderer der Band ist, beim abschließenden „Valkyrie Rising“ auch noch amtlich in die Saiten greift. Wir können uns schon auf künftige CDs freuen, wenn die Leute um Pete Wells (nein, nicht Rose Tattoo!) und Veronica Freeman künftig das Niveau halten oder gar noch steigern können!

Frank Scheuermann






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